Nord-Stream-Ermittlungen: Verdächtiger in Kroatien in U-Haft
Wichtige Fakten
- • Gericht in Pula ordnet U-Haft an.
- • Festnahme aufgrund Europäischen Haftbefehls.
- • Ukrainer soll Sprengstoff an Pipelines angebracht haben.
- • Anwalt kündigt Rechtsmittel gegen Auslieferung an.
Haftbefehl vollstreckt
In Kroatien ist ein ukrainischer Staatsbürger festgenommen worden, der im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines steht. Das zuständige Gericht in Pula hat gegen den Mann, Wolodymyr S., Untersuchungshaft angeordnet. Die Maßnahme wurde mit Fluchtgefahr begründet, da über seine Auslieferung an Deutschland entschieden werden muss. Die Festnahme erfolgte am Mittwoch auf Basis eines von Deutschland ausgestellten Europäischen Haftbefehls.
Vorwürfe und Vorleben
Die Bundesanwaltschaft wirft S. vor, als einer der Taucher die Sprengsätze an den Pipelines angebracht zu haben. Er soll früher als Tauchausbilder in Kiew gearbeitet haben und diente zuvor in der ukrainischen Armee. Sein Anwalt kündigte an, die Auslieferung juristisch anzufechten und verwies auf einen Fall in Polen, wo eine frühere Auslieferung abgelehnt worden war. Die kroatischen Behörden halten eine Auslieferung jedoch für wahrscheinlich, da das Verfahren EU-rechtlich klar geregelt sei.
Verbindung zu Filmproduktion
Aufgefallen war S., als er in einem Resort bei Pula festgenommen wurde, wo das Team einer Hollywood-Produktion über die Nord-Stream-Anschläge filmt. Er soll als Berater für die Produktion tätig gewesen sein, die den Anschlag fiktional aufarbeitet. Offenbar hatte er sich dort unter seinem eigenen Namen angemeldet. Die Hintergründe seiner Verbindung zu dem Filmteam sind Teil der laufenden Ermittlungen.
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