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Politik 11.06.2026, 00:44 Aktualisiert: 11.06.2026, 10:02

Zweite Nacht der Gewalt in Belfast: 16 Festnahmen und 12 verletzte Polizisten

16 Festnahmen und 12 verletzte Polizisten in der zweiten Nacht.

Wichtige Fakten

  • 16 Festnahmen und 12 verletzte Polizisten in der zweiten Nacht.
  • Polizei setzte Wasserwerfer ein, Demonstranten warfen Brandbomben.
  • Hadi Alodid wurde wegen versuchten Mordes an Stephen Ogilvie angeklagt.
  • Opfer Ogilvie verlor bei der Messerattacke sein linkes Auge.
  • Nordirland-Minister Benn verurteilte die Krawalle als „rassistische Schlägerei“.

Neue Eskalation der Gewalt

In Nordirland kam es zur zweiten Nacht in Folge zu schweren rassistisch motivierten Ausschreitungen. Die Polizei setzte in Glengormley Wasserwerfer gegen etwa 300 Demonstranten ein, die Steine, Flaschen und Benzinbomben warfen. Dabei zündeten Randalierer einen LKW an. Laut Nordirland-Minister Hilary Benn wurden 16 Personen festgenommen und 12 Polizisten verletzt. Im Zentrum von Belfast blieb es ruhig, da die Polizei ihre Präsenz massiv verstärkt hatte. Auch in Derry und Coleraine gab es Unruhen. Die Zahl der Übergriffe war jedoch geringer als am Vortag.

Hintergrund und politische Reaktionen

Auslöser der Krawalle ist die Messerattacke auf Stephen Ogilvie, die am Montag in Belfast stattfand. Der mutmaßliche Täter, der 30-jährige sudanesische Flüchtling Hadi Alodid, wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt; das Opfer verlor sein linkes Auge. Rechtsextreme Aktivisten wie Tommy Robinson und Unternehmer Elon Musk hatten zu den Protesten aufgerufen und teilten Adresslisten online. Benn verurteilte die Anstiftung und betonte, dass die Kriminalität von einer kleinen Gruppe Schläger ausgehe. Er kündigte verstärkte Grenzkontrollen und Abschiebungen an: Allein im letzten Jahr wurde 1.000 Personen aus Nordirland die Ausreise verweigert.

Internationale und lokale Perspektive

Die Familie von Ogilvie rief zur Besonnenheit auf: „Wir wollen nicht aus Trauer Wut auf eine ganze Volksgruppe entstehen sehen.“ Benn bezeichnete die Vorfälle als „rassistische Schlägerei“ und forderte „ein Ende der Schmach für Nordirland“. Zeitgleich forderte Parlamentarierin Leadbeater, auf Rachegefühle zu verzichten. Auch DUP-Fraktionschef Smollen betonte: „Kein Rechtfertigungsraum für Gewalt“.

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