Teilen:
Gesellschaft 20.07.2026, 01:11 Aktualisiert: 20.07.2026, 10:02

Norwegen enthüllt Gedenkstätte für Opfer des 22. Juli 2011

Am 22. Juli 2011 tötete ein Rechtsextremist 77 Menschen.

Wichtige Fakten

  • Am 22. Juli 2011 tötete ein Rechtsextremist 77 Menschen.
  • Die Gedenkstätte zeigt einen auf Utøya heimischen Vogel.
  • Die Namen aller 77 Opfer sind eingraviert.
  • Kronprinz Haakon wohnte der Einweihung bei.
  • Der Täter wurde 2012 zu 21 Jahren Haft verurteilt.

Neues Denkmal in Oslo

Norwegen hat ein neues Denkmal für die 77 Opfer des verheerendsten Terroranschlags des Landes in Friedenszeiten eingeweiht. Die Enthüllung fand am 20. Juli 2025, nur zwei Tage vor dem 15. Jahrestag des Anschlags vom 22. Juli 2011, statt. Das Kunstwerk mit dem Namen 'Upholding' zeigt einen blauen Stahlrahmen mit einem 12 Meter hohen Steinmosaik, das einen auf der Insel Utøya heimischen Wattvogel darstellt. Die Namen aller Opfer sind in das Denkmal eingraviert. Es befindet sich im renovierten Regierungsviertel von Oslo, nahe dem Ort der Bombenexplosion, mit der die Angriffe begannen.

Hintergrund des Anschlags

Am 22. Juli 2011 tötete der Neonazi Anders Breivik acht Menschen mit einer Autobombe in Oslo und erschoss anschließend 69 weitere, meist Jugendliche, auf einem Jugendcamp der Arbeiterpartei auf Utøya. Hunderte wurden verletzt. Der Künstler Matias Faldbakken erklärte, das Werk solle nicht nur an die Opfer erinnern, sondern die Öffentlichkeit zu einem Akt der demokratischen Widerstandsfähigkeit gegen rechtsextreme Ideologien anregen. Merete Stamneshagen, Leiterin einer Unterstützergruppe für Opfer und Überlebende, nannte den Anschlag einen Angriff auf die Demokratie. An der Zeremonie nahmen auch Kronprinz Haakon und Regierungsvertreter teil.

Rechtliche Lage des Täters

Breivik wurde 2012 zu 21 Jahren Haft verurteilt – der Höchststrafe in Norwegen. Diese kann verlängert werden, solange er als Gefahr gilt. Er legte mehrere Berufungen ein: 2016 gewann er teilweise einen Menschenrechtsfall, der aber im Jahr darauf aufgehoben wurde. 2022 scheiterte er mit einem Bewährungsantrag, da das Gericht keine Veränderung seinerseits feststellte. 2024 verklagte er erfolglos den Staat wegen Isolation, da er aus Sicherheitsgründen getrennt von anderen Gefangenen gehalten wird.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.