Norwegische Volkshochschulen: Praktische Lebenskompetenzen und Krisenvorsorge im Fokus
Wichtige Fakten
- • Jährlich besuchen 7.000-10.000 Jugendliche nach dem Schulabschluss norwegische Volkshochschulen als Internate.
- • Der Unterricht ist praxisorientiert ohne Prüfungen und Noten, mit Fokus auf "Friluftsliv" (Leben in der Natur).
- • Sozialer Zusammenhalt und Teamarbeit sind zentrale Werte, die seit über 150 Jahren gefördert werden.
- • Ab dem kommenden Schuljahr wird die Vorbereitung auf Krisenfälle eine noch größere Rolle spielen.
- • Der norwegische Staat übernimmt einen großen Teil der Kosten für diese Bildungseinrichtungen.
Praktische Lebensbildung in Norwegen
In Norwegen besuchen jährlich 7.000 bis 10.000 junge Erwachsene im Alter von 18 bis Mitte 20 nach ihrem Schulabschluss sogenannte "Folkehøgskoler" (Volkshochschulen), die als Internate konzipiert sind und sich deutlich von deutschen Volkshochschulen unterscheiden. Diese Einrichtungen verzichten komplett auf Prüfungen und Noten, sondern setzen auf praxisorientierten Unterricht mit Schwerpunkt auf Gemeinschaft, Eigenverantwortung und praktischer Erfahrung.
Fokus auf Natur und Teamarbeit
Ein zentraler Bestandteil ist das Fach "Friluftsliv" (Leben in der Natur), wo Jugendliche Überlebenstechniken wie Feuer machen bei -20 Grad, Baumfällen und Nahrungszubereitung im Wald erlernen. Lehrer Kristian Finstad betont, dass diese Fähigkeiten besonders in Krisenzeiten wie Stromausfällen wichtig sind. Gleichzeitig steht die Förderung sozialen Zusammenhalts und Teamarbeit im Vordergrund, wobei jeder Teilnehmer spezifische Aufgaben übernimmt und seine Rolle in der Gruppe reflektiert.
Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen
Neben dem Naturtraining umfasst das Programm auch Aktivitäten wie Singen, Theater, Snowboarden und handwerkliche Kurse, ergänzt durch regelmäßige Reinigungspflichten. Direktorin Monica Bekkelien erklärt, dass viele Jugendliche durch globale Krisen verunsichert sind und in diesen Einrichtungen durch strukturierten Alltag und Austausch mit Gleichaltrigen Selbstvertrauen und Robustheit für die Zukunft entwickeln. Ab dem kommenden Schuljahr wird die Krisenvorbereitung weiter ausgebaut, um junge Menschen noch besser auf Verantwortungsübernahme vorzubereiten.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.