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International 30.03.2026, 12:11 Aktualisiert: 30.03.2026, 18:08

Eskalation im Iran-Krieg: Neue Bodentruppen und Rohstoffkrise

US-Präsident Trump droht mit Einnahme der iranischen Ölinsel Kharg und Zerstörung der Energieinfrastruktur.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump droht mit Einnahme der iranischen Ölinsel Kharg und Zerstörung der Energieinfrastruktur.
  • Pentagon plant Entsendung von 10.000 Bodentruppen für mögliche Offensive im Iran.
  • Ölpreis (Brent) erreichte fast 117 USD, größter monatlicher Anstieg seit 1990.
  • Iranische Angriffe auf Aluminiumproduzenten trieben Metallpreise um über 4% in die Höhe.
  • China importiert weiterhin iranisches Öl über Teapot-Raffinerien, doch Margen schrumpfen.

Eskalation der Drohungen und militärische Planungen

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen Iran verschärft und erklärt, er wolle "das Öl in Iran" übernehmen, während er gleichzeitig mit der vollständigen Zerstörung iranischer Kraftwerke, Ölquellen und der Exportinsel Kharg droht, falls keine Einigung erzielt wird. Das Pentagon hat Medienberichten zufolge Pläne für einen möglichen Bodeneinsatz vorbereitet und die Entsendung von etwa 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberungs- und Sicherungsoperationen ausgebildet sind. Experten warnen jedoch, dass eine Besetzung der strategisch wichtigen Insel Kharg, über die Iran etwa 90% seiner Ölexporte abwickelt, US-Soldaten zu leichten Zielen für iranische Angriffe machen würde.

Fortlaufende Kämpfe und regionale Auswirkungen

Die Kämpfe in Iran gehen in die fünfte Woche, mit anhaltenden gegenseitigen Angriffen: Israel bombardiert weiterhin militärische Infrastruktur in Teheran, während Iran Raketen auf Israel abfeuert und auch Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Drohnen und Raketen angreift. Parallel dazu laufen indirekte Gespräche zwischen den USA und Iran über pakistanische Vermittler, wobei Trump eine mögliche Waffenruhe erwähnt, die Frist für eine Einigung aber bereits mehrmals verschoben wurde und nun am 7. April läuft. Iran hat zudem die Durchfahrt von 20 Öltankern unter pakistanischer Flagge durch die Straße von Hormus genehmigt, doppelt so vielen wie zuvor.

Wirtschaftliche Folgen und Rohstoffkrise

Die Eskalation treibt die Ölpreise auf historische Höchststände: Brent-Rohöl erreichte fast 117 USD pro Barrel, was den stärksten monatlichen Preisanstieg seit dem irakischen Einmarsch in Kuwait 1990 darstellt. Gleichzeitig hat Iran Angriffe auf Aluminiumproduzenten am Persischen Golf durchgeführt, was die Preise für das Leichtmetall an der Londoner Metallbörse um über 4% auf 3.423 USD pro Tonne steigen ließ und Lieferengpässe befürchten lässt, da die Region etwa 9% der globalen Aluminiumproduktion ausmacht. Die gestiegenen Energiepreise schlagen sich in der Inflation nieder, mit einem Anstieg in Deutschland auf 2,7% im März, was Spekulationen über Zinserhöhungen der EZB befeuert.

Globale Märkte und Chinas Rolle

Die Aktienmärkte reagieren volatil auf die widersprüchlichen Signale: Während Trump auf Truth Social von "Fortschritten" in Verhandlungen spricht, erholte sich der DAX um 1,2%, doch Investoren bleiben nervös angesichts der anhaltenden Militäroperationen. China importiert weiterhin iranisches Öl über unabhängige "Teapot"-Raffinerien in Shandong, die etwa ein Viertel der chinesischen Raffineriekapazität ausmachen, doch die Margen schrumpfen, da der Preisabschlag für iranisches Rohöl von 11 USD auf nur 2 USD pro Barrel gesunken ist. Dies bedroht die Rentabilität der Raffinerien und könnte zu Betriebsschließungen führen, während die chinesische Regierung eingriff, um geplante Kraftstoffpreiserhöhungen zu dämpfen.

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