Ölpreisschock durch Iran-Krieg belastet Märkte und Wirtschaft
Wichtige Fakten
- • Der Ölpreis hat erstmals seit 2022 die 100-Dollar-Marke überschritten.
- • Die USA geben 172 Millionen Barrel aus ihren strategischen Ölreserven frei.
- • Deutschland will 19,51 Millionen Barrel Öl freigeben, um die Märkte zu stabilisieren.
- • Der Iran-Krieg kostet den Nahen Osten täglich 600 Millionen Dollar an Tourismus-Einnahmen.
- • Die EZB könnte aufgrund der hohen Energiepreise Zinsen erhöhen statt zu senken.
Marktentwicklung unter Druck
Der DAX fiel im frühen Handel um etwa 0,5% auf 23.540 Punkte, nahe dem Tiefstand seit Beginn des Iran-Kriegs bei 22.927 Punkten. Analysten betonen, dass die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende den Markt stützt, solange die 23.000-Punkte-Marke hält. Gestern schloss der Index mit einem Minus von 1,4% bei 23.640 Punkten. Die Sorge wächst, dass die Zentralbanken den Konsum drastisch drosseln müssen, um die Inflation einzufangen, was die Weltwirtschaft und die Erträge der DAX-Konzerne massiv abwürgen könnte.
Ölpreis erreicht kritische Marke
Der Ölpreis bleibt das entscheidende Thema, mit Tankerangriffen im Persischen Golf, die die Sorge vor einem weiteren Preisschock verstärken. Die Ölpreise haben erstmals seit 2022 die Marke von 100 US-Dollar übersprungen. Die Politik reagiert mit der Freigabe von Ölreserven: Die Internationale Energieagentur will 400 Millionen Barrel auf den Weltmarkt pumpen, die USA geben ab kommender Woche 172 Millionen Barrel aus ihren strategischen Reserven frei, und Deutschland will 19,51 Millionen Barrel freigeben, um die angespannten Märkte zu stabilisieren. Bislang bleibt der Erfolg aus, der Anstieg der Ölpreise geht weiter.
Auswirkungen auf Notenbanken und Wirtschaft
Die gestiegenen Ölpreise verringern die Erwartungen für Leitzinssenkungen, wobei Marktbeobachter nun sogar Zinserhöhungen der EZB erwarten. Experten befürchten, dass sich die steigenden Energiepreise auf die Verbraucherpreise auswirken, mit Prognosen für eine Inflation über 3% in der EU und einem geringeren Wachstum von bis zu 0,4 Prozentpunkten für 2026. Gleichzeitig belastet der Iran-Krieg die Wirtschaft im Nahen Osten, mit geschätzten täglichen Einnahmeverlusten von 600 Millionen US-Dollar im Tourismussektor. Trotzdem rechnen Konjunkturforscher vorerst nicht mit gravierenden Folgen fürs Wachstum, da Deutschland heute weniger abhängig von fossilen Energieträgern aus der Golfregion ist als in früheren Krisen.
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