One Nation schließt Medien aus: Scharfe Kritik und Wahlkampfauftakt in Victoria
Wichtige Fakten
- • One Nation verbietet ABC, Age und Guardian Zutritt zu Pressekonferenz.
- • Greens-Senatorin Hanson-Young nennt Hanson 'politische Feigheit'.
- • Warren Pickering führt One Nation-Kampagne in Victoria an.
- • Partei verzeichnet Umfragewerte von 19-27% in Victoria.
- • Neuer Premier Carroll will Gruppenwahlzettel abschaffen.
One Nation schließt Medien bei Kandidatenvorstellung aus
Die rechtspopulistische Partei One Nation hat bei der Ankündigung ihrer Kandidaten für die viktorianische Landtagswahl im November die Medien ABC, The Age und The Guardian ausgeschlossen. Parteichefin Pauline Hanson begründete dies mit angeblicher Voreingenommenheit und "gotcha-Momenten". Sie kündigte an, auch künftig keine Journalisten dieser Medien zu ihren Veranstaltungen zuzulassen. Auf die Frage nach der Pressefreiheit in einer Demokratie antwortete Hanson: "Demokratie passiert nicht auf der ABC." Stattdessen lud sie den umstrittenen Sender Rebel News ein.
Kritik von politischen Gegnern und Pressevertretern
Die Grünen-Senatorin Sarah Hanson-Young bezeichnete Hanson als "politische Feigheit" und kritisierte die mangelnde Transparenz. Auch der Guardian betonte in einer Stellungnahme die Bedeutung der Pressefreiheit und kündigte an, weiterhin kritisch über die Partei zu berichten. Das Bündnis für Journalistenfreiheit verurteilte die Entscheidung ebenfalls und betonte, dass keine Partei das Recht habe, Journalisten auszuwählen. Die Pressekonferenz diente der Vorstellung von sieben Kandidaten für die oberen Kammern. Darunter sind die ehemalige Liberale Colleen Harkin, die umstrittene Bildungsdirektorin, und der Polizist Chris Burson, der früher im Sicherheitsteam von Premier Daniel Andrews arbeitete. Die Partei verzeichnet laut Umfragen einen starken Zulauf in Victoria.
Weitere Entwicklungen
Nach dem Rückzug von Premier Jacinta Allan hat der neue Premier Ben Carroll eine Reform des Wahlsystems angekündigt, die Gruppenwahlzettel abschaffen soll. Dies könnte One Nation zugutekommen. Die Partei will in allen Wahlkreisen kandidieren und plant, in den kommenden Wochen ihr Programm vorzustellen. Die Ereignisse um die Medienblockade werfen Fragen nach dem Umgang mit Pressefreiheit und demokratischer Kontrolle auf.
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