OnlyFans und die Schattenseiten der Agenturen: Ausbeutung und Gewalt gegen Creator
Wichtige Fakten
- • Agenturen versprechen höhere Einnahmen, verlangen aber bis zu 70 % der Erlöse.
- • Eine Creatorin wurde von maskierten Männern angegriffen und gewürgt.
- • OnlyFans kennt die Problematik seit vier Jahren, unternimmt aber wenig.
- • Telegram-Gruppen diskutieren offen Methoden zur Kontrolle über Creator.
- • Die britische Anti-Sklaverei-Beauftragte fordert stärkere Regulierung.
Bedrohung und Gewalt gegen OnlyFans-Creator
Eine BBC-Recherche deckt auf, dass sogenannte OnlyFans-Manager (OFMs) Creator systematisch ausbeuten und bedrohen. Die 29-jährige Rebecca aus Wales berichtet, dass ihre Agentur sie zunächst freundlich umwarb, dann aber kontrollierend wurde. Nachdem sie ihr Passwort änderte, erhielt sie Drohungen gegen sich und ihre Tochter. Ein Stein wurde durch ihr Fenster geworfen, und zwei maskierte Männer drangen in ihr Haus ein, würgten sie und warfen sie die Treppe hinunter. Die BBC hat Fotos der Verletzungen gesehen.
Geschäftsmodelle der Agenturen
Die Agenturen versprechen höhere Einnahmen, verlangen aber oft 50 % oder mehr der Einkünfte. Verträge sehen Strafzahlungen bei vorzeitigem Ausstieg vor. In Telegram-Gruppen mit 24.000 Mitgliedern werden Methoden diskutiert, um Creator zu kontrollieren, etwa durch Änderung von Passwörtern oder Bankdaten. Eine BBC-Reporterin konnte testweise ein Konto mit den Bankdaten eines Kollegen einrichten, was Sicherheitslücken zeigt.
OnlyFans' Rolle und Kritik
OnlyFans betont, keine Verträge mit Dritten zu haben und sich nicht in diese einmischen zu können. Die britische Anti-Sklaverei-Beauftragte Eleanor Lyons sieht jedoch eine Mitschuld der Plattform und fordert mehr Engagement. Ofcom zeigt sich besorgt, weist aber darauf hin, dass rein offline begangene Straftaten nicht unter den Online Safety Act fallen. Betroffene Creator fordern mehr Schutz und Regulierung.
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