Pakistanischer Luftangriff trifft Reha-Zentrum in Kabul
Wichtige Fakten
- • Pakistan bombardierte Kabul, Ziel war laut Pakistan Terrorinfrastruktur.
- • Getroffen wurde ein Drogenrehabilitationszentrum, UN bestätigt 143 Tote.
- • Taliban behaupten über 400 Tote, drohen mit Vergeltungsschlägen gegen Islamabad.
- • Pakistan beschuldigt Taliban, Terroristen zu beherbergen, Taliban bestreiten dies.
Eskalation am Hindukusch
Ein pakistanischer Luftangriff auf Kabul hat in der Nacht zum 17. März 2026 ein Drogenrehabilitationszentrum getroffen und zahlreiche Opfer gefordert. Pakistan gab an, militärische Installationen und Terrorunterstützungsinfrastruktur der afghanischen Taliban und der pakistanischen Taliban (TTP) gezielt angegriffen zu haben. Die Vereinten Nationen bestätigten vorläufig 143 Tote und 119 Verletzte in der Einrichtung, während die Taliban-Regierung von über 400 Toten spricht. Augenzeugen und Hilfsorganisationen beschreiben eine katastrophale Szene mit großen Bränden und schweren Verletzungen unter den Patienten.
Krieg der Worte und Drohungen
Die Taliban beschuldigen Pakistan, vorsätzlich eine zivile Einrichtung angegriffen und damit ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ begangen zu haben. Pakistans Militärsprecher wies dies zurück und behauptete ohne Beweise, das Zentrum sei eine Ausbildungsstätte für Selbstmordattentäter gewesen. Beide Seiten schüren den Konflikt weiter: Die Taliban drohten explizit mit Vergeltungsschlägen gegen Islamabad, während Pakistan erklärt, es werde seine Bevölkerung weiter gegen Terrorismus verteidigen und keine Entschuldigungen leisten.
Hintergrund des Konflikts
Der Angriff erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen. Pakistan wirft den Taliban vor, militante Gruppen wie die TTP zu beherbergen, die Angriffe auf pakistanischem Boden verüben. Die Taliban bestreiten dies und sehen die Gewalt als internes Problem Pakistans an. Die diplomatischen Beziehungen sind nahezu erloschen, und beide Seiten testen mit immer aggressiveren Aussagen und militärischen Aktionen die Grenzen. Vermittler wie Saudi-Arabien, Katar und die Türkei konnten eine vorübergehende Feuerpause zu Eid al-Fitr erreichen, doch die Aussichten auf eine dauerhafte Deeskalation sind gering.
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