Teilen:
International 21.03.2026, 06:00

Patriotische Erziehung in Russland: Propaganda im Klassenzimmer

Schulen führen patriotische Zeremonien und Pflichtstunden zu russischen Werten ein.

Wichtige Fakten

  • Schulen führen patriotische Zeremonien und Pflichtstunden zu russischen Werten ein.
  • Lehrbücher wurden überarbeitet, um die 'Spezialoperation' in der Ukraine zu erklären.
  • Einige Eltern vermeiden offene Kritik aus Angst vor sozialer Isolation ihrer Kinder.
  • Die staatliche Botschaft betont bedingungslose Loyalität und einen defensiven Krieg.

Propaganda im Schulalltag

In Russland werden Kinder zunehmend mit staatlicher Propaganda im Schulunterricht konfrontiert. Seit der Invasion der Ukraine 2022 führen Schulen Fahnenappelle und Pflichtstunden ein, die regierungsnahe Sichten auf russische Werte und Weltgeschehen vermitteln. Lehrbücher wurden aktualisiert, um die sogenannte "Spezialoperation" zu erklären. Das Bildungsministerium plant sogar eine Liste staatlich genehmigter Spielzeuge für Kindergärten, um "traditionelle russische Werte" zu fördern.

Eltern im Dilemma

Viele Eltern wie Nina aus Moskau versuchen, ihre Kinder vor diesen Aktivitäten zu schützen, stehen jedoch vor einem Dilemma: Offener Widerstand könnte ihre Kinder sozial isolieren, da diese oft Freude an den Schulveranstaltungen haben. Einige Eltern vermeiden daher politische Diskussionen zu Hause, um zu verhindern, dass ihre Kinder unbeabsichtigt regierungskritische Äußerungen in der Schule wiederholen. Psychotherapeuten raten, stattdessen universelle Werte wie die Bedeutung von Menschenleben und friedliche Konfliktlösung zu betonen.

Unterschiedliche Umsetzung

Die Umsetzung der staatlichen Richtlinien variiert stark zwischen Schulen. Während einige Einrichtungen die Vorgaben enthusiastisch umsetzen, weichen andere sie ab oder ignorieren sie teilweise. In einer Szene aus einem BBC-Dokumentarfilm erhalten Kinder in Karabash russische Fahnen, während sie Putins Ankündigung einer neuen Kinderbewegung hören. Die als "Gespräche über wichtige Dinge" bezeichneten patriotischen Lektionen werden von Schülern wie der 14-jährigen Maia aus St. Petersburg oft als langweilig empfunden.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.