Plage von Ratten und Wiesel in Gaza: Eine Gesundheitskrise
Wichtige Fakten
- • Ratten und Wiesel attackieren vor allem Kinder, Kranke und Alte in Gaza.
- • In 80% der Vertriebenenlager sind Nagetiere sichtbar, betroffen 1,45 Millionen Menschen.
- • WHO meldet rund 111.500 Fälle von parasitären Erkrankungen 2025.
- • UNICEF forderte Großkampagne gegen Müll und Abwasser.
- • Israel erlaubte fast 1.000 Rattenfallen und 10 Tonnen Pestizide.
Gesundheitskrise durch Rattenplage in Gaza
Der monatelange Krieg im Gazastreifen hat eine massive Ratten- und Wieselplage ausgelöst. Die genagten Tiere greifen zunehmend Kinder, kranke und ältere Menschen an, so die BBC. So erlebte die Mutter Sama al-Daabla, wie ein Wiesel die Hand ihrer vierjährigen Tochter Mayaseen verletzte. In Krankenhäusern müssen Tetanusspritzen verabreicht werden. Zahlreiche soziale Medien zeigen Aufnahmen von Ratten, die durch Vertriebenencamps rennen.
UN-Bericht: 80% der Unterkünfte betroffen
Nach Angaben von UN-Organisationen sind in 80% der Camps mit 1,45 Millionen Menschen Nagetiere sichtbar. Die Tiere übertragen über Bisse und Ausscheidungen Atemwegs-, Haut- und Blutinfektionen. Die WHO-Regionalvertreterin Dr. Reinhilde Van De Weert spricht von „vorhersehbarer Folge eines zerstörten Lebensumfelds“. Der von den USA vermittelte Waffenstillstand vor sechs Monaten brachte keine spürbaren humanitären Verbesserungen; Wiederaufbau findet nicht statt.
Verdreckte Umgebung begünstigt Schädlinge
Viele Camps haben provisorische Latrinen, an denen sich Abwasser mit Müll vermischt. In dem aufgrund von Treibhausgasen milden Winter fühlen sich Schädlinge wohl. Anwohner berichten von zerbissener Kleidung, gestohlener Nahrung und ständigem Juckreiz durch Flöhe und Mücken. Hilfsorganisationen fordern schweres Gerät zur Müllabfuhr und Zugang zu Mülldeponien im Osten des Streifens unter israelischer Militärkontrolle.
Hilfsmaßnahmen und Hindernisse
Cogat, das israelische Verteilungsorgan, genehmigte fast 1.000 Rattenfallen, etwa 10 Tonnen Pestizide und arbeitet mit der UN zusammen, um Abfälle und Abwasser zu beseitigen. Allerdings blockieren Sicherheitsbedenken wichtige Lieferungen von Chemikalien und Rohren, die auch für Waffenbau genutzt werden könnten. Nach WHO-Angaben gab es 2025 111.500 Fälle von parasitenbedingten Hauterkrankungen, hauptsächlich Krätze, Läuse und Bettwanzenlokale befürchten weitere Verschlimmerung des Problems im Sommer.
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