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Politik 09.02.2026, 13:32 Aktualisiert: 09.02.2026, 20:20

Herzog-Besuch in Sydney löst gewaltsame Proteste aus - Polizeieinsatz und politische Kritik

Israels Präsident Izchak Herzog besuchte den Bondi Beach in Sydney, um der Opfer des Terroranschlags vom 14. Dezember 2025 zu gedenken, bei dem 15 Menschen getötet wurden.

Wichtige Fakten

  • Israels Präsident Izchak Herzog besuchte den Bondi Beach in Sydney, um der Opfer des Terroranschlags vom 14. Dezember 2025 zu gedenken, bei dem 15 Menschen getötet wurden.
  • Herzogs Besuch löste in Sydney, Melbourne und Canberra Massenproteste mit Tausenden Teilnehmern gegen Israels Gaza-Politik aus.
  • In Sydney kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen, bei denen Polizei Pfefferspray und Tränengas einsetzte, 27 Personen festnahm und 10 Polizisten angegriffen wurden.
  • Grünen-Politikerin Sue Higginson kritisierte das Polizeivorgehen als 'körperliche Bestrafung' und will es der Aufsichtskommission melden.
  • NSW-Polizei rechtfertigte das Vorgehen mit dem Schutz Herzogs als international geschützter Person und Gesetzen gegen Märsche in bestimmten Zonen.

Gedenkveranstaltung am Bondi Beach

Israels Präsident Izchak Herzog hat in Sydney den Ort des antisemitischen Terroranschlags am Bondi Beach besucht, um der Opfer zu gedenken. Bei dem Anschlag am 14. Dezember 2025 hatten ein Vater und sein Sohn das Feuer auf Teilnehmer einer Chanukka-Feier eröffnet, wobei 15 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt wurden. Herzog legte einen Kranz nieder und platzierte zusammen mit seiner Ehefrau Michal zwei Steine aus Jerusalem an einem Mahnmal nahe dem Bondi Pavilion. In seiner Ansprache bezeichnete er Antisemitismus als 'globale Notlage' und erinnerte an die '15 unschuldigen Seelen', die 'kaltblütig massakriert' wurden.

Massive Proteste in australischen Städten

Der Besuch löste in Sydney, Melbourne und Canberra massive Proteste aus, bei denen Tausende gegen Israels Menschenrechtspolitik im Gaza-Krieg demonstrierten. Prominente Redner wie die ehemalige Australian of the Year Grace Tame, die Grünen-Senatorin Mehreen Faruqi und die Labour-Abgeordnete Sarah Kaine solidarisierten sich mit den Palästinensern und kritisierten die israelische Politik. Die Proteste fanden unter umstrittenen Demonstrationsbeschränkungen statt, die vom Obersten Gerichtshof von NSW bestätigt wurden und Märsche in bestimmten Zonen verboten.

Gewaltsame Zusammenstöße in Sydney

In Sydney kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen, als Demonstranten versuchten, trotz des Verbots zu marschieren. Die Polizei setzte Pfefferspray und Tränengas ein, kesselte Protestierende ein und nahm 27 Personen fest, darunter 10 wegen Angriffs auf Polizeibeamte. Laut Polizeiangaben wurden 10 Beamte angegriffen, jedoch nicht schwer verletzt. Ein NSW Labour-Abgeordneter, Anthony D'Adam, kritisierte das Polizeiverhalten als 'völlig überzogen' und berichtete von Schlägen und Festnahmen. Die Polizei beschuldigte hingegen Redner der Proteste, die Menge 'anzuheizen', und betonte, dass die Beschränkungen zum Schutz von Herzog als international geschützter Person notwendig seien.

Politische Reaktionen und Kritik

Die Grünen-Politikerin Sue Higginson bezeichnete das Polizeivorgehen als 'körperliche Bestrafung gegen eine friedliche Gemeinschaft' und kündigte an, die Vorfälle der Aufsichtskommission für Strafverfolgung zu melden. Die Australian Democracy Network warnte vor einer zunehmenden Bedrohung der Protestrechte in New South Wales. Unterdessen wies Herzog Vorwürfe einer UN-Kommission, die ihn der Völkermord-Anstiftung bezichtigte, als 'Blutbeschuldigung' zurück und betonte, er sei 'in gutem Willen' gekommen. Die Proteste und Polizeimaßnahmen haben eine Debatte über demokratische Rechte und politische Spaltungen in Australien ausgelöst.

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