Prozess in Warschau zu Paketbomben-Anschlägen mit Russland-Verbindung
Wichtige Fakten
- • Fünf Männer (ukrainische/russische Staatsbürger) wegen Terrorismus angeklagt
- • Pakete mit Flüssigsprengstoff in Gesichtscreme und Massagekissen versteckt
- • Anschlagsziel war Brand an Bord eines Flugzeugs zur Einschüchterung
- • Koordination über Telegram durch in Russland ansässige Auftraggeber
- • Insgesamt 22 Verdächtige in Polen und Litauen festgenommen
Prozessauftakt in Warschau
In Warschau hat der Prozess gegen fünf Männer begonnen, die verdächtigt werden, im Sommer 2024 Pakete mit Flüssigsprengstoff im Auftrag russischer Geheimdienste nach Großbritannien und Polen geschickt zu haben. Die Angeklagten, ukrainische und russische Staatsbürger, werden der Beteiligung an einem terroristischen Akt beschuldigt, nachdem drei der Pakete während des Transports Feuer fingen. Eines der Pakete explodierte kurz vor dem Verladen auf einen DHL-Frachtflug nach Großbritannien.
Details der Anschläge
Die Sprengsätze waren in Gesichtscremetuben und Massagekissen versteckt und umgingen alle Sicherheitskontrollen. Laut Anklage zielte die Gruppe darauf ab, durch einen Brand an Bord eines Flugzeugs eine Katastrophe auszulösen und „eine große Anzahl von Menschen einzuschüchtern“. Die Koordination erfolgte über den Messenger-Dienst Telegram durch in Russland ansässige Auftraggeber.
Aussagen und Ermittlungen
Bei der ersten Verhandlung gab der ukrainische Angeklagte Vladislav D. an, vier Pakete in Vilnius an einen „unbekannten Mann“ übergeben zu haben, bestritt jedoch, für russische Geheimdienste gearbeitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft verlas hingegen frühere Aussagen, in denen er detailliert die Aktivierung der Zündvorrichtungen beschrieb. Insgesamt wurden 22 Verdächtige in Polen und Litauen festgenommen, von wo aus die Pakete über DHL und DPD verschickt wurden.
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