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International 21.04.2026, 01:29 Aktualisiert: 21.04.2026, 06:05

Prozessauftakt nach tödlicher Hotelvergiftung deutscher Familie in Istanbul

Eine vierköpfigen Hamburger Familie starb im November 2025 durch Phosphin-Gas in einem Istanbuler Hotel.

Wichtige Fakten

  • Eine vierköpfigen Hamburger Familie starb im November 2025 durch Phosphin-Gas in einem Istanbuler Hotel.
  • Aluminiumphosphid wurde in einem Zimmer unterhalb ausgebracht, Gas drang über Heizungsrohre ein.
  • Angeklagt sind Hotelbetreiber, Schädlingsbekämpfungsfirma-Inhaber und ein Angestellter.
  • Die Firma hatte bereits früher Strafen wegen unsachgemäßen Umgangs mit Gift erhalten.
  • Den Angeklagten drohen Haftstrafen von über 22 Jahren pro Todesopfer.

Prozessbeginn nach tragischem Familienunglück

In Istanbul hat der Prozess gegen sechs Angeklagte im Fall der vergifteten Hamburger Familie begonnen. Die vierköpfige Familie war im November 2025 während eines Urlaubs in einem Hotel in der Istanbuler Altstadt gestorben, nachdem tödliches Phosphin-Gas aus einem Insektengift in ihr Zimmer gelangt war. Ursprünglich wurde eine Lebensmittelvergiftung vermutet, doch toxikologische Gutachten ergaben, dass Aluminiumphosphid, das in einem Zimmer unterhalb ausgebracht worden war, über undichte Heizungsrohre eindrang und in Verbindung mit Feuchtigkeit das Gas Phosphin bildete.

Anklage und Vorwürfe

Angeklagt sind der Hotelbetreiber, der Inhaber einer Schädlingsbekämpfungsfirma und ein Angestellter. Der Anwalt der Angehörigen, Yaşar Balci, kritisiert, dass die Firma mit dem Gift gar nicht hätte arbeiten dürfen und bereits früher Strafen wegen Verstößen erhalten hatte. Zudem wirft er den behandelnden Ärzten vor, die Kinder trotz schwerer Symptome zu früh entlassen zu haben. Die Familie war nach Rückkehr ins Hotel erneut erkrankt und verstarb im Krankenhaus.

Größerer Kontext und Forderungen

Der Fall erregte international Aufsehen, da bereits ein Jahr zuvor eine Studentin aus Norddeutschland unter ähnlichen Umständen in Istanbul gestorben war. Yılmaz Böcek, der Vater des verstorbenen Sohnes, bezeichnet den Vorfall als Mord und fordert harte Urteile, um Wiederholungen zu verhindern. Die türkische Justiz hatte nach dem Vorfall betont, dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden müssen, besonders in der Tourismusbranche.

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