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International 23.03.2026, 08:00 Aktualisiert: 23.03.2026, 12:08

Rathlin Island frei von invasiven Frettchen: Erfolgreiches Projekt schützt Seevögel

Frettchen wurden in den 1980ern zur Kaninchenbekämpfung eingeführt und bedrohten Seevögel.

Wichtige Fakten

  • Frettchen wurden in den 1980ern zur Kaninchenbekämpfung eingeführt und bedrohten Seevögel.
  • Das 4,5-Mio.-Pfund-Projekt nutzte 400 Fallen, Kameras und den Hund Woody zur Überwachung und Beseitigung.
  • Seit der Beseitigung brüten wieder seltene Vögel wie Kornweihen und Sturmtaucher auf der Insel.
  • Ein Programm zur Entfernung invasiver Ratten läuft weiter, mit fast 7.000 Fallen im Jahr 2024.
  • Der Hund Woody überwacht jetzt die Biosicherheit, um eine Rückkehr der Frettchen zu verhindern.

Erfolgreiche Beseitigung invasiver Frettchen

Rathlin Island in Nordirland ist nach einem fünfjährigen, 4,5 Millionen Pfund teuren Projekt erstmals frei von invasiven, wildlebenden Frettchen. Die Frettchen wurden in den 1980er Jahren zur Reduzierung der Wildkaninchenpopulation eingeführt, vermehrten sich jedoch unkontrolliert und bedrohten seltene bodenbrütende Vögel wie Kornweihen sowie Seevögel wie Papageitaucher. Das von RSPB NI geleitete Projekt "Life Raft" setzte auf eine Kombination aus über 400 Fallen, 110 Kameras, thermischen Drohnen und einem speziell trainierten Hund namens Woody, um die Tiere zu überwachen und zu beseitigen. Seit Oktober 2023 wurden keine Frettchen mehr gesichtet, was den Erfolg der Maßnahme unterstreicht.

Positive Auswirkungen auf die Biodiversität

Seit der Beseitigung der Frettchen zeigen sich bereits Erfolge: Es wurden sechs rufende männliche Kornweihen registriert, die in Nordirland sonst nicht brüten, und Sturmtaucher haben erstmals seit 40 Jahren wieder auf der Insel gebrütet. Die Maßnahme soll die größte Seevogelkolonie Nordirlands schützen, nachdem Seevögel im Vereinigten Königreich und Irland in den letzten zwei Jahrzehnten um 62% zurückgegangen sind. Claire Barnett von RSPB NI ist vorsichtig optimistisch für die kommende Brutsaison und betont, dass sich Seevogelkolonien schnell erholen können, wenn sie sichere Nistplätze haben.

Weitere Maßnahmen und Biosicherheit

Das Projekt zielt auch auf die Entfernung invasiver Ratten ab, die im 19. Jahrhundert auf die Insel gelangten. Im Jahr 2024 wurden fast 7.000 handgemachte Rattenköderfallen alle 250 Meter auf der Insel ausgelegt, mit dem Ziel, bis 2027 rattenfrei zu werden. Der Hund Woody, der eine wichtige Rolle bei der Frettchenbekämpfung spielte, übernimmt nun Aufgaben in der Biosicherheit, um zu verhindern, dass neue Schädlinge auf die Insel gelangen. Er überprüft Lieferungen wie Heu und Holz bei der Verschiffung, um die Insel langfristig frei von invasiven Arten zu halten.

Gemeinschaftliche Unterstützung und globale Bedeutung

Die Bewohner von Rathlin Island unterstützen das Projekt uneingeschränkt, da es nicht nur die Natur schützt, sondern auch praktische Vorteile wie die Haltung von Hühnern ohne Sorgen bietet. Tom McDonnell, ein lebenslanger Bewohner und Wildtierfotograf, sieht das Projekt als "Win-Win" für die Gemeinschaft und die Tierwelt. Auf einer internationalen Konferenz in Neuseeland wurde der Erfolg des Projekts als Modell für andere Inseln weltweit anerkannt, das zeigt, wie Behörden und Gemeinschaften zusammenarbeiten können, um invasive Raubtiere zu bekämpfen und die Biodiversität zu erhalten.

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