Rebeca Grynspan: Überraschende Favoritin für UN-Generalsekretärin
Wichtige Fakten
- • Rebeca Grynspan führt erste Sicherheitsrats-Abstimmung an.
- • Sie wäre erste Frau und erste Jüdin als UN-Generalsekretärin.
- • Eltern waren Holocaust-Flüchtlinge, Schwester lebt in Israel.
- • Grynspan leitet UNCTAD, das Israels Besatzungsschäden dokumentiert.
- • Wahlprozess soll bis Oktober abgeschlossen sein.
Überraschende Führung in geheimer Abstimmung
Rebeca Grynspan, die costa-ricanische Diplomatin und derzeitige Chefin der UN-Handels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD), hat in der ersten geheimen Testabstimmung des UN-Sicherheitsrates die meisten Stimmen erhalten. Unter den sieben Kandidaten für die Nachfolge von António Guterres, dessen Amtszeit Ende 2026 endet, erhielt sie zehn ermutigende Stimmen, vier Neutralitäten und nur eine ablehnende Stimme. Damit geht sie als klare Favoritin in den Auswahlprozess, der im Oktober abgeschlossen sein soll. Auch die frühere UN-Botschafterin Guyanas, Carolyn Rodrigues-Burkett, ist mit neun positiven Stimmen im Rennen, ebenso wie die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, die jedoch mit Widerstand aus den USA kämpft.
Eine Kandidatin mit besonderer Biografie
Grynspan, deren Eltern vor dem Holocaust aus Polen nach Costa Rica flohen, wäre die erste jüdische Generalsekretärin der Vereinten Nationen. Ihr persönlicher Hintergrund prägt ihre diplomatische Haltung: Sie betont, dass Frieden ihren Eltern ermöglicht habe, in Costa Rica ein neues Leben zu finden. Gleichzeitig dokumentierte ihre Behörde UNCTAD in einem vielbeachteten Bericht vom Februar 2026, dass die palästinensische Wirtschaft durch die israelische Besatzung zwischen 2000 und 2024 einen kumulierten Verlust von etwa 212,2 Milliarden Dollar erlitten hat.
Schwierige Zeiten für die UN
Die Wahl fällt in eine Phase, in der die UN mit massiven Kürzungen zu kämpfen hat und ihre Rolle als Vermittler zunehmend von anderen Akteuren übernommen wird. Grynspan gilt als Kontinuitätskandidatin mit stiller Unterstützung von Guterres. Diplomaten warnen jedoch, dass die Ablehnungsstimmen entscheidend sein könnten: Sollten sie aus Russland, China oder den USA kommen, droht eine Blockade. Die neue Generalsekretärin oder der neue Generalsekretär muss bis Jahresende gewählt werden, um die Position Anfang 2027 anzutreten.
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