Rekord-Ansturm auf Notaufnahmen in New South Wales
Wichtige Fakten
- • Fast 10.000 Menschen kamen am Montag in Sydneys Notaufnahmen, ein Winterrekord.
- • 4.100 Ambulanz-Einsätze sowie bis zu 10 Stunden Wartezeit wurden verzeichnet.
- • Gesundheitsminister Ryan Park rät nur bei Lebensgefahr das Krankenhaus aufzusuchen.
- • Impfzögerlichkeit hat die Grippe- und RSV-Welle weiter angeheizt.
- • Opposition und Ärzte kritisieren Personalmangel und fordern mehr Investitionen.
Rekord-Ansturm auf Notfallaufnahmen
Das australische Bundesstaat New South Wales erlebt in diesem Winter eine extreme Belastung seiner Gesundheitssystem. Am Montag stellten sich fast 10.000 Menschen in den Notaufnahmen von Sydney vor – der höchste Wert einen Wintertags seit Beginn der Aufzeichnungen. Das entspricht etwa 1.000 Fällen mehr als im Schnitt. Mehr als 4.100 Ambulanz-Einsätze wurden zusätzlich getätigt. Besonders betroffen sind die West- und Südwestbezirke der Stadt.
Regierung: Handlungsempfehlungen
Gesundheitsminister Ryan Park rief die Bevölkerung dringend dazu auf, Krankenhäuser nur noch bei akuter Lebensgefahr aufzusuchen. Stattdessen sollten Menschen mit weniger schweren Erkrankungen die telefonische Gesundheitsberatung Healthdirect, dringliche Versorgungseinheiten (Urgent Care Services) oder den Hausarzt kontaktieren. Um das System zu entlasten, errichtet die Regierung zudem ein landesweites Koordinationszentrum, das die Notfallkapazitäten besser steuern soll.
Verzögerte Wintersaison verschärft Druck
Die Wintersaison hat laut Behörden erst spät begonnen, trifft das System nun jedoch umso härter. Grippe, RSV und Corona sorgen für ein hohes Patientenaufkommen. Neben einer niedrigen Impfquote der Grippeschutzimpfungen – diese sind in Australien kostenpflichtig (15 AUD) – beschreibt der Gesundheitsminister auch über 1.300 Menschen, die die Notfallbetten belegen, obwohl sie eigentlich in Alten- oder Pflegeeinrichtungen benötigt würden. Diese Engpässe verschärfen die Situation weiter. Obwohl die Regierung langfristige bauliche Maßnahmen wie die Erweiterung des Westmead-Krankenhauses ankündigt, warnen Experten und Opposition auch vor einem grundlegenden Personalmangel.
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