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Kultur 22.08.2026, 09:54 Aktualisiert: 22.08.2026, 12:04

Éric Rohmers verschollener Roman „Élisabeth“ neu aufgelegt: Entdeckung eines filmischen Ursprungs

Rohmers Buch „Élisabeth“ von 1946 neu aufgelegt.

Wichtige Fakten

  • Rohmers Buch „Élisabeth“ von 1946 neu aufgelegt.
  • Erste englische Übersetzung durch Aaron Kerner, Vorwort von André Aciman.
  • Roman als fehlendes Bindeglied zu Rohmers Filmwerk genannt.
  • Positive Rezensionen in The New Yorker und anderswo.
  • Rohmer nutzte ursprünglich Pseudonym Gilbert Cordier.

Éric Rohmers lange vergessener Roman „Élisabeth“ ist nun erstmals in englischer Übersetzung erhältlich. Das Buch, das er 1946 unter dem Pseudonym Gilbert Cordier veröffentlichte und das damals kaum Beachtung fand, gilt nun als frühes Zeugnis seines späteren filmischen Schaffens. Die Neuausgabe, übersetzt von Aaron Kerner und mit einem Vorwort von André Aciman, wird von Kritikern als „verlorener moderner Klassiker“ gefeiert.

Der Roman spielt im Sommer 1939 in der französischen Provinz und handelt von jungen Träumern, ihren Romanzen und erotischen Verstrickungen. Rohmer selbst, der sich später von der Literatur abwandte und dem Kino zuwandte, sah im Film die Zukunft der Erzählkunst. Der Literaturwissenschaftler André Aciman betont, dass das Buch embryonal alle Themen enthalte, die Rohmers Filme prägen sollten: die Analyse menschlicher Beziehungen, das Spiel der Begierde und die Selbstreflexion der Figuren.

Experten wie Adrian Martin sehen in „Élisabeth“ den Ursprung von Rohmers ästhetischem Konzept, das auf Spontaneität und Dialog basierte. Während der Roman jedoch als Nebenwerk gilt, zeigt er doch die narrative Grundstruktur für Klassiker wie „Claires Knie“ oder „Die grüne Sonne“. Die Wiederentdeckung gibt einen Einblick in die kreative Entwicklung eines der einflussreichsten Regisseure der französischen Nouvelle Vague.

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