Robotaxi-Rennen: Wie Deutschland den Anschluss an China verliert
Wichtige Fakten
- • Deutschland: keine Robotaxis trotz Verordnung, nun erste Lizenz an Momenta.
- • China: über 50 Teststädte, kommerzielle Dienste in zehn Städten.
- • China integriert Robotaxis in 1-2-3-Reiseverkehrskreis und ÖPNV.
- • Intensive Erprobung und Policy-Learning vor nationalen Regeln.
- • Wuhan: größtes zusammenhängendes Robotaxi-Einsatzgebiet (3000 km²).
Robotaxis: China als Vorreiter, Deutschland im Rückstand
Während in China und den USA Tausende autonome Taxis im Alltagsbetrieb fahren, hat Deutschland gerade erst die erste Betriebsgenehmigung erteilt – an das chinesische Unternehmen Momenta. Die 2021 beschlossene Verordnung (AFGBV) stellte so hohe Hürden, dass kein einziges Pilotprojekt zu einem regulären Betrieb führte, obwohl über 500 Millionen Euro Fördermittel geflossen sind.
Chinas Experimentierfreudigkeit und Strategie
Die Volksrepublik setzt auf ein System von lokal erlaubten Erprobungen, dessen Ergebnisse in eine geplante nationale Regulierung einfließen ("Erfahrung zuerst, Gesetze später"). Gleichzeitig wird die Technologie gezielt als Baustein in eine großangelegte Verkehrsstrategie integriert, die bis 2035 eine deutliche Verkürzung der Reisezeiten vorsieht. Städte wie Peking, Shenzhen, Shanghai oder Wuhan verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze bezüglich Infrastruktur, ÖPNV-Integration, Taxikonkurrenz und Skalierung, was zu einem rasanten Marktwachstum führender Plattformen wie Apollo Go und Pony AI führt.
Konsequenzen für den Standort D
Die deutsche Zurückhaltung hat laut Beobachtern dazu geführt, dass es keine heimische Robotaxi-Industrie gibt. Als kritisches Hemmnis gilt die vorwiegend am Schutz des öffentlichen Raums ausgerichtete Regulierung neben dem traditionellen Fokus auf den Individualverkehr.
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