Russische Sabotage in Europa: Das Phantom "Lucky Strike" und die Methode der Wegwerf-Agenten
Wichtige Fakten
- • Telegram-Account "Lucky Strike" koordinierte Sabotage-Aktionen in mehreren europäischen Ländern.
- • Rekrutierte Agenten wie Dylan E. und Serhij S. für Brandstiftungen und Spionage.
- • Westliche Behörden sehen Russlands Nachrichtendienste hinter den Operationen.
- • Verurteilte Agenten erhielten hohe Haftstrafen, z.B. 17 Jahre für Dylan E.
- • Methode nutzt "Wegwerf-Agenten" ohne offizielle Verbindung zu Russland.
Hintergründe und Ermittlungen
Ermittler haben wichtige Hintermänner russischer Sabotage-Aktionen in Europa identifiziert, doch ein zentraler Koordinator mit dem Pseudonym "Lucky Strike" bleibt ein Phantom. Laut Recherchen von WDR, NDR und SZ agierte dieser über Telegram, um Agenten für Brandstiftungen und Spionage zu rekrutieren, darunter den Briten Dylan E. und den in Deutschland lebenden Ukrainer Serhij S. Diese wurden für Aktionen in Ländern wie Großbritannien und Polen angeworben, wobei Dylan E. zu 17 Jahren Haft verurteilt wurde und Serhij S. zu acht Jahren, obwohl seine Tat nur vorgetäuscht war.
System der Wegwerf-Agenten
Die Methode nutzt sogenannte "Wegwerf-Agenten", die über verschlüsselte Chats geführt werden und keine offizielle Verbindung zu Russland haben, was Moskau ermöglicht, jede Beteiligung zu leugnen. "Lucky Strike" war in Telegram-Gruppen aktiv, die zu Protesten und Brandstiftungen aufriefen, und koordinierte Operationen wie einen versuchten Anschlag auf eine Raffinerie in Polen. Trotz Festnahmen einzelner Agenten setzte die Rekrutierung fort, wie die erneute Anwerbung für denselben Brandanschlag in Breslau zeigt.
Aktuelle Entwicklungen und Warnungen
Westliche Sicherheitsbehörden interpretieren diese Aktionen als Reaktion auf die Ausweisung russischer Spione und sehen eine neue Taktik, um parallel zum Krieg in der Ukraine im Westen zu agieren. Verfassungsschutzchef Sinan Selen und litauische Geheimdienste warnen vor einem erhöhten Risikoappetit Moskaus und gefährlicheren Operationen. Die verdächtigen Telegram-Accounts sind mittlerweile stillgelegt, doch es gibt keine Hinweise auf eine zurückhaltendere Vorgehensweise der russischen Nachrichtendienste.
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