Russischer Oppositionspolitiker Nadeschdin zu Geldstrafe verurteilt
Wichtige Fakten
- • Gericht verurteilte Nadeschdin zu 1000 Rubel Bußgeld.
- • Grund ist ein Beitrag mit Nawalny-Bild in sozialen Medien.
- • Nadeschdin darf bei rechtskräftigem Urteil nicht an Parlamentswahl im September teilnehmen.
- • Er gilt als letzter offener Kremlkritiker in Russland.
- • Nadeschdin war bereits von der Präsidentschaftswahl 2024 ausgeschlossen.
Prozess und Urteil gegen Boris Nadeschdin
Der russische Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin ist am 17. Juli 2026 von einem Gericht in Dolgoprudny bei Moskau wegen der öffentlichen Zurschaustellung „extremistischer Symbole" zu einem Bußgeld von 1000 Rubel (etwa elf Euro) verurteilt worden. Die Vorwürfe bezogen sich auf einen Beitrag in sozialen Medien, in dem kurz ein Bild des in Haft verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny zu sehen war, dessen Organisationen in Russland als extremistisch gelten. Nadeschdin war Anfang der Woche festgenommen worden.
Reaktionen und politischer Kontext
Nadeschdin, der ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine fordert, wies die Vorwürfe zurück und sprach von politisch motiviertem Vorgehen. „Russland ist ein kranker Staat", sagte er nach dem Urteil. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, darf Nadeschdin nicht an der Parlamentswahl im September in seinem Wahlkreis Mytischtschi teilnehmen. Er hatte bereits 1999–2003 der Duma angehört und war bei der Präsidentenwahl 2024 wegen angeblicher Formfehler nicht zugelassen worden. Nadeschdin gilt als einer der letzten offenen Kreml- und Kriegskritiker in Russland, die nicht im Exil oder in Haft sind.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.