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International 25.06.2026, 13:25 Aktualisiert: 25.06.2026, 23:06

Russland nutzte Cellebrite-Tool nach Vertragsende: Bürgerrechtler gefährdet

Russland nutzte Cellebrite-Software nach Vertragsende im Mai 2021.

Wichtige Fakten

  • Russland nutzte Cellebrite-Software nach Vertragsende im Mai 2021.
  • Andrei Pivovarovs Handy wurde ausgelesen, Kontakte gefährdet.
  • Citizen Lab bestätigte Cellebrite-Einsatz mit hoher Sicherheit.
  • Cellebrite behauptet, alte Hardware sei inkompatibel und nicht unterstützt.

Cellebrite-Software in Russland genutzt

Russische Behörden haben das Überwachungstool der israelischen Firma Cellebrite eingesetzt, um das Handy des politischen Gefangenen Andrei Pivovarov zu knacken – Monate nachdem Cellebrite die Verträge mit Russland gekündigt hatte. Dies ergab eine Untersuchung der University of Toronto (Citizen Lab). Pivovarov, Direktor von Open Russia, war von Mai 2021 bis zu seiner Freilassung 2024 inhaftiert. Die Behörden extrahierten Kontaktdaten und Nachrichten von WhatsApp und Viber, was laut Pivovarov seine Kollegen gefährdete. Citizen Lab fand die Spuren von Cellebrite-Tools und erhielt Bestätigung durch russische Justizdokumente.

Kontrollverlust über Software

Der Fall wirft Fragen auf, wie wenig Kontrolle Cellebrite über seine eigene Technologie hat. Menschenrechtsanwalt Eitay Mack betont, dass Cellebrite zwar Verträge kündigte, aber die bereits verkaufte Hardware nicht deaktivierte. Cellebrite verwies auf eine Stellungnahme, wonach die Nutzung in Russland nicht autorisiert sei und ältere Hardware nicht mit modernen Geräten kompatibel sei. Experten fordern, bei Missbrauch die Geräte fernzudeaktivieren oder wasserdichte Signaturen einzuführen.

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