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Gesellschaft 10.02.2026, 11:30 Aktualisiert: 10.02.2026, 23:19

Safer Internet Day 2026: KI-Betrug und Jugendschutz im Fokus

Der Safer Internet Day 2026 steht unter dem Motto 'KI and me - in künstlicher Beziehung'.

Wichtige Fakten

  • Der Safer Internet Day 2026 steht unter dem Motto 'KI and me - in künstlicher Beziehung'.
  • Online-Betrug verursachte 2025 in Deutschland Schäden von etwa 202 Milliarden Euro.
  • Eine Expertenkommission der Bundesregierung erarbeitet Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz.
  • KI-basierte Betrugsversuche wie personalisiertes Phishing werden für Nutzer schwer erkennbar.
  • Bundesjustizministerin Hubig plant ein Gesetz gegen pornografische Deepfakes für Frühling 2026.

Risiken und Initiativen zum Safer Internet Day

Am Safer Internet Day 2026, der unter dem Motto 'KI and me - in künstlicher Beziehung' steht, stehen die Risiken durch Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), warnt, dass KI es Betrügern erleichtert, Nutzer zu täuschen, etwa durch personalisierte Phishing-Angriffe, die auf Opfer zugeschnitten sind. Laut Bitkom beliefen sich die finanziellen Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland im Vorjahr auf rund 202 Milliarden Euro. Experten raten zu regelmäßigen Updates und Passkeys als Schutzmaßnahmen, während der Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger vor emotionaler Abhängigkeit von KI und krimineller Manipulation warnt.

Jugendschutz und politische Debatten

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission unter Leitung von Olaf Köller arbeitet an Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum, die im Sommer 2026 vorgelegt werden sollen. Schwerpunkte sind wahrscheinlich Altersbegrenzungen für soziale Medien und deren Durchsetzung, wobei technische Lösungen wie Altersverifikation als machbar gelten. International diskutieren Länder wie Australien und europäische Staaten über strengere Altersverifikationen, während in Deutschland die Regierungsparteien noch keine klare Position bezogen haben. Die EU-Kommission wirft TikTok vor, mit Algorithmen Suchtverhalten zu fördern.

Bildung und gesetzliche Maßnahmen

Die Kommission betont, dass Schutzmaßnahmen nicht nur Verbote umfassen, sondern auch die Stärkung von Medienkompetenz in Schulen, etwa durch Integration in verschiedene Fächer, ohne jedoch Fächer wie Latein zu streichen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plant gesetzliche Nachschärfungen, um Strafbarkeitslücken bei pornografischen Deepfakes zu schließen, mit einem Gesetzentwurf für Frühling 2026. Netzaktivist Markus Beckedahl fordert staatliche Leitplanken, um Verbraucher vor risikoreichen Geschäftsmodellen zu schützen, während Torben Klausa von Agora Digitale Transformation Plattformen in die Pflicht nimmt, alle Nutzer zu schützen.

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