Schufas geheime Schattendatenbank: Alte Schulden von Millionen Verbrauchern gespeichert
Wichtige Fakten
- • NDR und SZ enthüllen Schufas Schattendatenbank mit veralteten Verbraucherdaten.
- • Die Daten umfassen alte Kredite und Schulden, längst beglichen.
- • Banken und Firmen nutzen sie für Tests, laut Schufa rechtens.
- • Verbraucher erfahren nichts von Speicherung oder Nutzung.
- • Der Hessische Datenschutzbeauftragte prüft die Rechtmäßigkeit.
Hintergrund der Schattendatenbank
Die Schufa unterhält öffentlich kaum bekannt eine zweite Datenbank mit historischen Daten von Millionen Verbrauchern. Es handelt sich um veraltete Informationen wie alte Kredite, Pfändungen oder Privatinsolvenzen, die vermeintlich längst gelöscht sind. Dies ergaben Recherchen von NDR und SZ. Die Schufa argumentiert, die Speicherung sei rechtmäßig und diene dazu, Banken und anderen Unternehmen die Zuverlässigkeit des neuen Schufa-Scores demonstrieren zu können.
Kritik von Verbraucherschützern und Experten
Datenschutzexpertin Ruth Janal hält die Tests für unzulässig, da historische Scores vertragspartner nichts über die aktuelle finanzielle Situation einer Person ausweisen würden. Zudem drohe ein Missbrauch der Daten, da Unternehmen sie nicht nur testen, sondern womöglich für Kreditentscheidungen nutzen könnten, warnt Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Verbraucher erfahren von der Speicherung nichts – selbst bei Anforderung einer Datenkopie nicht.
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