Schwedter Raffinerie vor Öl-Lieferstopp aus Russland
Wichtige Fakten
- • Russland stoppt Öl aus Kasachstan durch Druschba-Pipeline.
- • Schwedter Raffinerie muss ab Juni Produktion drosseln.
- • Versorgung Nordostdeutschlands und BER sind bedroht.
- • Pipeline-Ausbau Rostock und Danzig-Verbindung als Optionen.
- • Spezielles russisches Öl erschwert Ersatz durch andere Sorten.
Öl-Lieferstopp bedroht Schwedter Raffinerie
Russland hat angekündigt, ab sofort kein kasachisches Öl mehr durch die Pipeline "Druschba" zu leiten. Für die Raffinerie in Schwedt, die Berlin und Nordostdeutschland mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl versorgt, bedeutet dies eine ernste Zuspitzung der Lage. Zunächst können noch Lagerbestände und Lieferungen aus Rostock die Ausfälle abfedern, doch ab Anfang Juni droht eine Drosselung der Produktion auf 65-70 Prozent, was die Wirtschaftlichkeit des Standorts gefährdet.
Suche nach Alternativen
Zur Kompensation erwägt die Bundesregierung zwei Optionen: den Ausbau der Pipeline vom Hafen Rostock, ein millionenschweres Projekt mit ungewisser EU-Zustimmung, und eine verstärkte Nutzung der Verbindung über Danzig. Die polnischen Betreiber setzen bereits "Fließverbesserer" ein, um die Kapazität zu erhöhen. Allerdings ist die Raffinerie auf die Verarbeitung von schwerem, schwefelreichem Öl ausgelegt, wie es aus Russland und Kasachstan kam. Leichtere Ölsorten wirken sich negativ auf Effizienz und Gewinn aus.
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