Schweineskandal in Spanien: Tierschutzverstöße und Lieferketten unter Druck
Wichtige Fakten
- • Spanischer Hof lieferte Schweine an Aldi Nord Lieferant Costa Brava.
- • Tiere lebten mit verwesenden Kadavern und hatten eitrige Wunden.
- • Untersuchungen laufen zu Tierquälerei und Tierwohlsiegeln.
- • Spanien schlachtete 2025 über 56 Millionen Schweine, ein Plus von 4%.
- • Deutschland importierte 2025 53.000 Tonnen Schweinefleisch aus Spanien.
Zusammenfassung
Ein spanischer Schweinemastbetrieb in der Provinz Teruel steht im Zentrum eines Tierschutzskandals, nachdem Aufnahmen verweste Kadaver, eiternde Wunden und kranke Tiere zeigen. Der Hof lieferte Schweine an Costa Brava Mediterranean Foods, einen Lieferanten für Aldi Nord. Die Tierschutzorganisation ARDE hat Anzeige wegen Tierquälerei, Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und irregulärer Werbung erstattet und warnt vor Infektionsrisiken wie Salmonellen.
Hintergrund
Spanien ist Europameister in der Schweinezucht mit über 56 Millionen geschlachteten Tieren im Jahr 2025, einem Wachstum von etwa 4% gegenüber 2024. Deutschland importierte 2025 53.000 Tonnen Schweinefleisch im Wert von 141 Millionen Euro aus Spanien. Der ehemalige spanische Verbraucherschutzminister Alberto Garzón hatte bereits vor fünf Jahren auf minderwertiges Fleisch und Misshandlungen hingewiesen, was zu politischen Kontroversen führte. Aldi Nord hat den betroffenen Aufzuchtbetrieb vorläufig von der Belieferung ausgeschlossen und prüft den Fall.
Systemische Probleme
Der Skandal ist kein Einzelfall; ähnliche Vorfälle wurden in der Vergangenheit berichtet, etwa in Burgos, wo Kadaver in einem Wald entsorgt wurden. Foodwatch warnt davor, den Zeigefinger nur auf Spanien zu richten, da auch in Deutschland Millionen Schweine an Krankheiten leiden und vor der Schlachtung sterben. Untersuchungen laufen zu den Tierwohlsiegeln des Betriebs und den Umständen der Tierhaltung.
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