Sechstägiger Ärztestreik in England: Verhandlungen festgefahren, Kosten steigen
Wichtige Fakten
- • Assistenzärzte in England streiken seit 7. April für sechs Tage, es ist der 15. Streik seit 2023.
- • Fast die Hälfte des medizinischen Personals im NHS beteiligt sich, Notfallversorgung wird durch erfahrene Ärzte aufrechterhalten.
- • Die BMA fordert vollen Lohnausgleich seit 2008, die Regierung bietet 33% mehr Lohn über vier Jahre an.
- • Der Streik kostet laut Gesundheitsminister Streeting 50 Millionen Pfund pro Tag, insgesamt etwa 3 Milliarden Pfund.
- • Die Regierung zog das Angebot von 1.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen zurück, nachdem die BMA Streik ankündigte.
Streikbeginn und aktuelle Lage
In England haben Assistenzärzte (resident doctors) am 7. April um 7:00 Uhr einen sechstägigen Streik begonnen, der erhebliche Störungen im Gesundheitssystem verursacht. Es handelt sich um den 15. Streik seit Beginn der Auseinandersetzungen im Jahr 2023. Fast die Hälfte des medizinischen Personals im NHS beteiligt sich, was zur Absage vieler geplanter Behandlungen und Termine führt, während Notfallversorgung durch erfahrene Ärzte aufrechterhalten wird. Der NHS betont, dass Patienten mit Notfällen weiterhin 999 und 111 nutzen sollten.
Verhandlungspoker und neue Details
Der Streit dreht sich um Lohnforderungen: Die Gewerkschaft BMA argumentiert, dass die Löhne inflationsbereinigt ein Fünftel niedriger liegen als 2008, und fordert eine volle Wiederherstellung. Die Regierung unter Gesundheitsminister Wes Streeting bietet dagegen eine Lohnerhöhung von 33% über vier Jahre an, was sie als großzügig bezeichnet. Neu ist, dass die Regierung ihr Angebot von 1.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen für Assistenzärzte zurückgezogen hat, nachdem die BMA den Streik ankündigte. Streeting behauptet, die BMA habe bei einem Treffen am Karfreitag kein Gegenangebot vorgelegt, um den Streik zu beenden.
Kosten und öffentliche Reaktionen
Gesundheitsminister Streeting bestätigte, dass der Streik 50 Millionen Pfund pro Tag kostet und insgesamt etwa 3 Milliarden Pfund seit März 2023 ausmacht. Er wies jedoch den BMA-Vorwurf zurück, dass diese Summe der Kosten für die geforderte Lohnerhöhung entspricht, und argumentierte, eine vollständige Wiederherstellung würde jährlich 3 Milliarden Pfund kosten, was bei anderen NHS-Mitarbeitern auf 30 Milliarden ansteigen könnte. Eine YouGov-Umfrage zeigt, dass 53% der Bevölkerung den Streik ablehnen, während 38% ihn unterstützen. Patienten wie Adrian Emery, dessen Termin nach einem Schlaganfall abgesagt wurde, äußern sich besorgt über die Auswirkungen auf ihre Gesundheit.
Hintergründe und weitere Entwicklungen
Die BMA kritisiert, dass die Regierung in den Verhandlungen im März kurz vor einem Deal die Investitionen reduzierte, was zum Abbruch führte. Gleichzeitig wirft Streeting der BMA Heuchelei vor, da sie ihren eigenen Mitarbeitern nur eine Lohnerhöhung von 2,75% bietet, während sie für Ärzte mehr fordert. Assistenzärzte verdienen jetzt ein Grundgehalt von über 40.000 Pfund zu Beginn, mit bis zu 76.500 Pfund für erfahrene Kräfte, plus Zuschläge für Überstunden. Der Streit bleibt festgefahren, mit wenig Aussicht auf eine baldige Lösung.
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