Secondhand-Boom: Zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und Greenwashing-Vorwürfen
Wichtige Fakten
- • H&M brachte 2025 in einem Quartal über 94 Millionen Teile auf den deutschen Markt.
- • Sellpy, eine große Secondhand-Plattform, gehört mehrheitlich der H&M Group.
- • Tracking-Experimente zeigen, dass Kleidung oft in Länder wie Pakistan oder Indien exportiert wird.
- • Ein geplantes Textilgesetz soll Hersteller stärker an Entsorgungskosten beteiligen.
- • Verbraucherschützer kritisieren irreführende Nachhaltigkeitsversprechen als Verbrauchertäuschung.
Der Secondhand-Markt im Fokus
Der Handel mit gebrauchter Kleidung boomt in Deutschland, wo jährlich über eine Million Tonnen Alttextilien gesammelt werden. Online-Plattformen wie Sellpy, die mehrheitlich der Fast-Fashion-Gruppe H&M gehört, werben mit Nachhaltigkeitsversprechen, doch Recherchen zeigen, dass viele aussortierte Kleidungsstücke über komplexe Logistikwege in Länder wie Pakistan, Indien oder die Türkei exportiert werden, wo sie oft unsachgemäß entsorgt oder verbrannt werden.
Greenwashing und politische Reaktionen
Interne Dokumente legen nahe, dass H&M Investitionen in Sellpy zur positiven Markenwahrnehmung nutzt, während Kritiker von Greenwashing sprechen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht in den Versprechen der Plattformen Verbrauchertäuschung, da der tatsächliche Verbleib der Kleidung oft unklar bleibt. Als Reaktion plant die Bundesregierung ein neues Textilgesetz, das Hersteller stärker an Entsorgungs- und Recyclingkosten beteiligen soll, sowie strengere Regeln gegen irreführende Umweltwerbung.
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