Zinswende: Anleihen kehren als Konkurrenz für Aktien zurück
Wichtige Fakten
- • Renditen 10-jähriger Bundesanleihen: 3,2%, so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.
- • 30-jährige US-Staatsanleihen: höchste Zinsen seit 20 Jahren.
- • DAX startet stabil bei 26.153 Punkten nach 0,8% Verlust am Vortag.
- • Unitree-Aktie eröffnet 629% über IPO-Preis, im Handel plus 500%.
- • Fed-Protokoll könnte Hinweise auf Zinserhöhung geben.
Renditeanstieg prägt Börsen
Der Renditeanstieg bei Staatsanleihen bestimmt weiterhin die Entwicklung an den Finanzmärkten. Zehnjährige Bundesanleihen werfen mit rund 3,2 Prozent so viel ab wie seit dem Ende der Euro-Schuldenkrise vor 15 Jahren nicht mehr. Noch deutlicher ist der Anstieg bei langen Laufzeiten: 30-jährige Papiere bringen in Deutschland rund 3,7 Prozent, in den USA werden für 30-jährige Staatsanleihen die höchsten Zinsen seit 20 Jahren fällig. Diese Entwicklung macht Anleihen für Anleger wieder attraktiver, verteuert aber gleichzeitig die Kreditaufnahme für Staaten, Unternehmen und private Haushalte.
Belastung für Tech-Werte und positive Industriedaten
Besonders Technologiekonzerne wie Amazon, Meta und Microsoft spüren die Konkurrenz durch Anleihen, da sie ihre Investitionen zunehmend über Schulden finanzieren. Ihre Gewicht im US-Investment-Grade-Index hat sich verdoppelt und die Emissionsoffensive treibt die Renditen zusätzlich nach oben. Das belastete am Dienstag auch den Aktienmarkt hierzulande: Der DAX verlor 0,8 Prozent auf 26.128 Punkte, erwartete aber am Mittwoch einen stabilen Start bei 26.153 Zählern. Positive Impulse kamen aus der deutschen Industrie, deren Auftragspolster im Juni um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs.
Notenbanken und geopolitische Lage
Die Anleger warten nun auf das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, um Hinweise auf eine mögliche Zinserhöhung zu erhalten. Die Inflation ist gesunken, bleibt aber durch den Iran-Krieg und höhere Ölpreise ein Risiko. Während die chinesische Robotikfirma Unitree in Shanghai spektakulär debütierte, belastet die angespannte geopolitische Lage weiterhin die Stimmung - ein Mix, der die Märkte in Atem hält
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