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Politik 08.06.2026, 10:15 Aktualisiert: 08.06.2026, 18:00

Annäherung zwischen Papst und Sánchez: Neue Allianz gegen Rechts?

Papst Leo XIV. hielt erste Papst-Rede vor spanischem Parlament.

Wichtige Fakten

  • Papst Leo XIV. hielt erste Papst-Rede vor spanischem Parlament.
  • Er warnte vor Aufrüstung und neuer Spirale der Gewalt.
  • Papst und Premier Sánchez nähern sich bei Migration und Frieden an.
  • Papst empfing Missbrauchsopfer, doch sieben Verbände fühlen sich ausgeschlossen.
  • Rechte Vox-Spitze kritisiert Kirchenkurs scharf bei Migration.

Historische Rede und Warnung vor Aufrüstung

Papst Leo XIV. hat am Montag als erster Pontifex eine Rede vor dem spanischen Parlament gehalten und vor einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise der Welt gewarnt. Er rief zu diplomatischem Mut und ethischer Verantwortung auf, statt Aufrüstung als Lösung für internationale Spannungen zu betrachten. Die Rede warnt vor einer neu aufgelegten Aufrüstungsspirale auch in Europa und fand stehenden Applaus für sieben Minuten.

Annäherung zwischen Papst und Regierungschef Sánchez

Papst Leo XIV. und der überzeugte Atheist Pedro Sánchez rücken trotz historischer Kirchenfeindlichkeit der spanischen Linken überraschend zusammen. Gemeinsamkeiten in Migration, Frieden und Sozialpolitik überbrücken bisherige Differenzen, etwa bei Abtreibung und Sterbehilfe. Die Nähe zeigt sich auch bei der Papstmesse, bei der Sánchez als Ehrengast auftrat.

Konflikte um Migrationspolitik und Vox-Kritik

Ein Schwerpunkt der Papstreise ist die Migration: Leo XIV. nannte sie ein „tragisches Drama“ und forderte sichere, legale Wege für Flüchtlinge, aber auch Bekämpfung der Fluchtursachen. Spaniens Regierung unter Sánchez regularisiert über 500.000 Migranten – ein Gegentrend in Europa. Die rechte Partei Vox bezeichnet die Politik als Einwanderungs-Invasion und liegt damit im offenen Konflikt mit dem Papst.

Lebensschutz und Treffen mit Missbrauchsopfern

Der Papst bekräftigte die kirchliche Lehre vom Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, was die liberalen spanischen Gesetze zu Abtreibung und Sterbehilfe herausfordert. Bei einem Treffen mit Missbrauchsopfern bezeichnete er den sexuellen Missbrauch als „Plage“ und forderte Gerechtigkeit. Sieben Opferverbände kritisierten jedoch, nicht am Treffen beteiligt worden zu sein.

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