Starker Rubel: Fluch für Russlands Kriegswirtschaft
Wichtige Fakten
- • Rubel auf Höchststand seit über drei Jahren bei 71 pro Dollar.
- • Grund ist verzerrter Außenhandel mit hohen Ölexporteinnahmen.
- • US-Sanktionslockerungen ließen russische Öleinnahmen im April um 44% steigen.
- • Starker Rubel verteuert Exporte wie Getreide und Metalle.
- • Staat muss Gold- und Yuan-Reserven verkaufen, um Haushalt zu finanzieren.
Rubel-Rally belastet Kriegswirtschaft
Der russische Rubel ist Ende Mai 2026 auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Ein Dollar kostet nur noch etwa 71 Rubel – Anfang 2025 waren es noch 115. Hintergrund ist ein verzerrter Außenhandel: Russland exportiert viel Öl und Gas, importiert aber aufgrund der schwachen Binnennachfrage wenig. Zudem sind Kapitalabflüsse erschwert. Der Iran-Krieg ließ die Ölpreise steigen, und die USA lockerten im März die Sanktionen gegen russisches Öl, was die Einnahmen weiter ankurbelte. Im April stiegen sie um 44 Prozent zum Vorjahr. Der stärkere Rubel macht russische Exportprodukte wie Getreide, Dünger oder Stahl auf dem Weltmarkt jedoch teurer und damit weniger konkurrenzfähig. Analysten sprechen von einer Abwürgung des Getreidehandels.
Haushaltsprobleme trotz hoher Einnahmen
Trotz steigender Öleinnahmen wird der starke Rubel für den russischen Staatshaushalt zunehmend zum Problem. Denn der Staat gibt Rubel aus, erlöst aber viele Exporterlöse in Fremdwährungen wie Yuan. Um Löcher im Budget zu stopfen, muss das Finanzministerium Gold- und Yuan-Reserven aus dem Nationalen Wohlstandsfonds an die Zentralbank verkaufen. Diese wiederum verkauft Devisen auf dem heimischen Markt – was den Rubel weiter stärkt und die Abwärtsspirale verstärkt. Unterm Strich erweist sich die Rubelstärke für Moskau zunehmend als Belastung.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.