Sudetendeutscher Tag in Brünn: Versöhnung oder Provokation?
Wichtige Fakten
- • Erstes Sudetendeutschen-Treffen in Tschechien seit 1945.
- • Proteste von rechten und kommunistischen Gruppen in Brünn.
- • Tschechisches Parlament verurteilt Treffen trotz Boykott der Opposition.
- • Bundesinnenminister Dobrindt und Bayerns Söder werden erwartet.
- • Bis zu 3 Millionen Deutsche wurden nach 1945 vertrieben.
Historischer Auftakt mit Spannungen
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft trifft sich erstmals in Tschechien, in Brünn, wo 1945 einer der tödlichsten Vertreibungsmärsche begann. Das Festival 'Meeting Brno' will Versöhnung, doch in der tschechischen Gesellschaft und Politik kochen die Emotionen hoch. Rechte Politiker wie Parlamentspräsident Tomio Okamura bezeichnen die Vertriebenen als 'Nazi-Nachfahren', und Ex-Präsident Milos Zeman nennt den Verband 'Hitlers fünfte Kolonne'. Sie befürchten Eigentumsansprüche und eine Revanche.
Politische Instrumentalisierung und Widerstand
Okamura setzte im Parlament eine Resolution durch, die das Treffen verurteilt – gegen die Opposition. Regierungschef Andrej Babis änderte mehrfach seine Haltung. Die Deutschland erwarteten Spitzenpolitiker Alexander Dobrindt und Markus Söder stehen in der Kritik. Politikbeobachter sehen den Konflikt als Wahlkampfmanöver. Trotz dunkler Vergangenheit hat die Landsmannschaft 2015 auf Gebietsforderungen verzichtet. Präsident Petr Pavel unterstützt das Festival, bleibt aber selbst fern.
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