Syrien: Lage weiterhin volatil - Abschiebungen stocken
Wichtige Fakten
- • Das Auswärtige Amt bewertet Syriens Lage als 'volatil', mit leicht verbesserter Sicherheit.
- • Der IS ist wieder aktiver, die SDF brach im Januar zusammen.
- • Deutschland begann Abschiebungen von Straftätern nach Syrien im Dezember 2025.
- • Im Februar 2026 gab es keine Abschiebungen wegen Luftraumsperrungen im Nahen Osten.
- • Die Asylanerkennungsquote für Syrer liegt 2026 bei nur noch neun Prozent.
Lageeinschätzung und politischer Kontext
Das Auswärtige Amt beschreibt die Lage in Syrien in einer vertraulichen Analyse als 'volatil', mit nur leichter Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Terrormilizen wie der IS sind wieder stärker aktiv, und die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erlebten im Januar einen Zusammenbruch nach einem Seitenwechsel von Beduinen-Stämmen. Die neue Machthaber, angeführt von Ahmed al-Scharaa, sucht Annäherung zum Westen, hat jedoch Schwierigkeiten, das Land zu stabilisieren, insbesondere in von Drusen kontrollierten Gebieten.
Abschiebungen und Asylpraxis
Deutschland hat im Dezember 2025 die ersten Abschiebungen nach Syrien durchgeführt, beginnend mit Straftätern, wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Bisher wurden vier Männer abgeschoben, aber im Februar 2026 kam es zu keinen weiteren Rückführungen aufgrund von Luftraumsperrungen im Nahen Osten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat seine Asylpraxis verschärft und entscheidet seit September 2025 wieder über Anträge, wobei die Erfolgsquote für Syrer auf nur neun Prozent gesunken ist. Verwaltungsgerichte bestätigen oft ablehnende Entscheidungen, da sie Verbesserungen in bestimmten Regionen sehen.
Politische Kontroverse
Die Grünen kritisieren Rückführungen als nicht rechtfertigbar angesichts der unsicheren Lage, während die CDU/CSU sie für notwendig hält, um die Sicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Diese Debatte spiegelt die Spannungen in der deutschen Migrationspolitik wider, während Syrien weiterhin mit internen Konflikten und externen Herausforderungen kämpft.
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