UNICEF-Studie: Fehlerhafte Berichterstattung über Deutschlands Bildungsranking
Wichtige Fakten
- • UNICEF-Ranking bezieht sich auf Punktzahl in Mathe+Lesen oder sozialen Kompetenzen.
- • Bei Mathe+Lesen liegt Deutschland auf Platz 20 von 43 Ländern.
- • Inklusive sozialer Kompetenzen rutscht Deutschland auf Platz 34.
- • UNICEF Pressestelle spricht von missverständlicher Formulierung.
Hintergrund
Im Mai berichteten mehrere Medien über eine UNICEF-Studie, wonach Deutschlands 15-Jährige beim Lesen und in Mathematik angeblich nur auf Platz 34 von 41 Ländern lägen. Dies führte zu einer als alarmierend charakterisierten Bildungsdebatte. Doch bei genauer Prüfung der Originalstudie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti zeigt sich, dass das Ranking missverstanden wurde. Im Originalbericht liegt Deutschland mit 60 Prozent der Jugendlichen, die die Mindestanforderungen, definiert als Kompetenzstufe II, erfüllen, auf Platz 20 von 43 Ländern im internationalen Vergleich. Dieser Wert basiert auf den PISA-Ergebnissen von 2022.
Fehlerhafte Wiedergabe
Die fehlerhafte Platzierung in der medialen Berichterstattung entstand offenbar durch eine missverständliche Passage in der Pressemitteilung von UNICEF Deutschland. Diese kombinierte zwei verschiedene Rankings: eines ausschließlich für schulische Kompetenzen (Mathe und Lesen) und ein weiteres kombinierter Index, der auch soziale Kompetenzen einbezieht. Bei Letzterem belegt Deutschland tatsächlich den 34. Platz, bedingt durch die besonders schlechte Selbsteinschätzung der Jugendlichen beim Freundschaften-Schließen. Auf Nachfrage räumte die Pressestelle von UNICEF ein, dass die Formulierung unklar sei und bedauerte das Missverständnis. Darüber hinaus wurde in den Medien fälschlich suggeriert, dass die 40 Prozent, die die Mindeststandards nicht erreichen, nahezu Analphabeten seien. Laut Studie bedeutet das Nichterreichen jedoch, dass das grundlegende Kompetenzniveau für die volle Teilhabe an der modernen Gesellschaft nicht erreicht wird.
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