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Politik 20.06.2026, 06:38 Aktualisiert: 20.06.2026, 08:00

USA-Iran-Gespräche in der Schweiz: Waffenruhe im Libanon brüchig

US-Unterhändler Steve Witkoff in der Schweiz für Iran-Gespräche.

Wichtige Fakten

  • US-Unterhändler Steve Witkoff in der Schweiz für Iran-Gespräche.
  • Geplante Gespräche am Freitag wegen Israel-Hisbollah-Kämpfen abgesagt.
  • Israelische Luftangriffe im Libanon töten mindestens fünf Menschen.
  • Iranisch-US-Rahmenabkommen soll 60-tägige Verhandlungen öffnen.
  • Viele Israelis fühlen sich von Trump-Regierung verraten.

Gespräche in der Schweiz: USA und Iran ringen um Umsetzung des Rahmenabkommens

US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner haben sich laut übereinstimmenden Medienberichten in der Schweiz eingefunden, um die geplanten Gespräche mit Iran über ein Ende des Nahost-Krieges zu beginnen. Die erste Verhandlungsrunde sollte eigentlich bereits am Freitag stattfinden, wurde jedoch wegen erneuter schwerer Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz im Libanon abgesagt. Nach dem Dokument der Absichtserklärung (MoU) zwischen den USA und Iran, das eine 60-tägige Frist für Verhandlungen über Irans Atomprogramm und die Öllieferungen durch die Straße von Hormus eröffnet, verlangen beide Seiten von der anderen ein Einhalten dieses Vertragswerks.

Libanon: Aufleben der Gewalt zwischen Israel und Hisbollah fordert Tote

Vertreter beider Konfliktparteien vereinbarten am Freitagabend eine erneuerte Waffenruhe, die jedoch nicht verhindern konnte, dass israelische Flugzeuge in der Nacht zum Samstag erneut Ziele in der Nabatieh-Region attackierten. Dabei wurden nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA fünf Menschen getötet und mehrere Wohnhäuser sowie weitere Gebäude zerstört. Hisbollah-Kämpfer hatten zuvor israelische Soldaten nahe Nabatieh angegriffen; insgesamt forderten die Gefechte 47 Tote im Libanon. US-Vizepräsident JD Vance, der ursprünglich als Verhandlungsführer geplant war, reiste nicht in die Schweiz.

Innenpolitische Spannungen in Israel und Iran

In Israel erzeugt die Übereinkunft zwischen Washington und Teheran breiten Widerstand: Kritiker, auch aus der Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu, sehen sich von Donald Trump verraten und befürchten eine Stärkung Irans sowie den Verlust der eigenen Handlungsfähigkeit gegenüber der Hisbollah im Libanon. Teherans Außenminister Abbas Araghtschi – zunächst gen Schweiz aufgebrochen – ließ die Teilnahme der iranischen Delegation an den Gesprächen zwischenzeitlich infrage stellen, weil man erst die Umsetzung der Zusagen durch Washington sehen müsse. Irans oberste Führung ermahnte Israel zur Einhaltung der vereinbarten Bestimmungen.

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