Viktorianische Gefängnismauern erschweren Kampf gegen Drogendrohnen
Wichtige Fakten
- • Drohnenvorfälle in Gefängnissen stiegen von 138 (2021) auf 1712 (2025).
- • Bauinspekteure fanden weiche Ziegel in HMP Pentonville, die Netze nicht tragen.
- • Gefängnisaufseher fordern mehr physische Barrieren gegen Drohnen.
- • Die Regierung investiert 10 Millionen Pfund in Anti-Drohnen-Maßnahmen.
- • Gefängnisdienst bestreitet, dass Mauern zu schwach für Netze seien.
Die bröckelnden Mauern viktorianischer Gefängnisse in England erschweren zunehmend den Kampf gegen Drohnen, die Drogen und Waffen in die Haftanstalten schmuggeln. Gefängnisdirektoren berichten, dass Pläne zur Installation von Netzen und Fenstergittern ins Stocken geraten sind, weil die Wände das zusätzliche Gewicht nicht tragen können. Statt dessen wird aufwendige Stahlkonstruktionen benötigt.
Die Zahl der Drohnenvorfälle stieg binnen vier Jahren um über 1000 Prozent, von 138 im Jahr 2021 auf 1712 im Jahr 2025. Die Drohnen liefern Pakete mit bis zu 15 Kilogramm Gewicht, darunter Steroide, Schlankheitsmittel und Fast Food, direkt an Zellenfenster. Der oberste Gefängnisinspektor Charlie Taylor sprach von einer „nationalen Sicherheitsbedrohung“.
Ein besonders krasses Beispiel ist das viktorianische Gefängnis HMP Pentonville in London, wo die weichen „London Stock Bricks“ von 1842 Installateure vor große Herausforderungen stellen. Eine erste Netz installierte im Hof war erfolgreich, aber weitere Pläne wurden gestoppt. Der Gefängnisaufseher-Verband fordert schnellere Maßnahmen, während das Justizministerium 10 Millionen Pfund für Anti-Drohnen-Maßnahmen bereitgestellt hat und eine stärkere Vernetzung plant.
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