Wachsender Einfluss der Nationalreligiösen verändert Israels Gesellschaft
Wichtige Fakten
- • Der Anteil nationalreligiöser Offiziere stieg zwischen 1990 und 2015 um das Fünfzehnfache.
- • 2025 starben bei Siedlerangriffen im Westjordanland mehr Palästinenser als in den Vorjahren.
- • Der Shin-Bet-Chef David Zini ist Nationalreligiöser und soll Anti-Terror-Einheit geschwächt haben.
- • Nationalreligiöse Soldaten kontrollieren zunehmend das Militär und erhalten Waffen und Uniformen.
- • Rabbiner Eli Sadan, Gründer des ersten militärischen Vorbereitungsprogramms, erhielt 2016 den Israel-Preis.
Militärischer und politischer Aufstieg
Der Einfluss nationalreligiöser Juden in Israel wächst rasant – in Politik, Militär und Sicherheitsbehörden. Ihr Ziel ist die Verschmelzung von Tora und Staat. Eine Studie zeigt, dass sich die Zahl nationalreligiöser Offiziere zwischen 1990 und 2015 verfünfzehnfacht hat. Im Gazakrieg 2023/24 waren rund 25 Prozent der Reservisten Nationalreligiöse, obwohl ihr Bevölkerungsanteil niedriger ist.
Gewalt und Diskriminierung im Westjordanland
Im besetzten Westjordanland nutzen viele Siedler ihre militärischen Positionen aus. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass die Armee Palästinenser diskriminiert, etwa bei der Anwendung von Schusswaffen. Der zuständige General Avi Bluth, selbst Nationalreligiöser, räumte laut Medien ein, dass auf palästinensische Steinewerfer scharf geschossen werde, auf jüdische jedoch nicht. Die Siedlergewalt erreichte im Oktober 2025 einen Höchststand seit 2006.
Verankerung in Schlüsselpositionen
Nationalreligiöse besetzen zunehmend Schlüsselposten: David Zini leitet den Inlandsgeheimdienst Shin Bet und soll die Anti-Terror-Abteilung gegen jüdische Extremisten abgewertet haben. Rabbiner Eli Sadan, Gründer des ersten religiösen Militärvorbereitungsprogramms, wurde 2016 mit dem Israel-Preis ausgezeichnet – für Kritiker ein Zeichen der bedenklichen Entwicklung. Sadan strebt eine Einheit von Volk, Tora und Staat an, die Nicht-Juden ausschließen würde.
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