Waffenruhe zwischen USA und Iran bleibt fragil - Russland kündigt eigene Feuerpause an
Wichtige Fakten
- • Nur etwa 12 Schiffe passierten in den ersten Tagen die Straße von Hormus - normal sind 140 täglich.
- • Trump wirft Iran vor, die Waffenruhe-Vereinbarung zu brechen und lehnt mögliche Mautgebühren ab.
- • Israel setzt Angriffe auf Hisbollah im Libanon fort, Netanjahu kündigt aber direkte Gespräche mit Beirut an.
- • Direkte Gespräche zwischen US-Vizepräsident Vance und Iran finden am Wochenende in Islamabad statt.
- • Russlands Präsident Putin kündigt eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg für das orthodoxe Osterfest an.
Fragile Waffenruhe unter wachsendem Druck
Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran zeigt vor den geplanten direkten Gesprächen am Wochenende in Islamabad deutliche Risse. US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran vor, sich nicht an die Vereinbarung zu halten, da seit deren Inkrafttreten nur wenige Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus passiert haben. Laut CBS-Berichten, die sich auf Marine Traffic stützen, waren es in den ersten zwei Tagen lediglich ein Dutzend Schiffe – ein Bruchteil des normalen Verkehrs von etwa 140 Schiffen täglich, die für ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verantwortlich ist. Trump kritisierte auf Truth Social, Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge "sehr schlechte Arbeit", die man auch als "unredlich" bezeichnen könne.
Streitpunkte und diplomatische Verwicklungen
Neben der unzureichenden Öffnung der Straße von Hormus sorgt auch die Frage nach der Einbeziehung des Libanon in die Waffenruhe für Konflikte. Während Iran darauf besteht, dass der Libanon Teil des Abkommens ist, setzt Israel seine Angriffe auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz fort. Trump drängte israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Telefonat, "im Libanon etwas zurückhaltender" zu agieren, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Netanjahu kündigte daraufhin direkte Gespräche mit Beirut an, betonte aber gleichzeitig, dass es im Libanon keine Waffenruhe gibt und Israel die Angriffe fortsetzen wird.
Vorbereitungen für hochrangige Gespräche
Trotz der Spannungen bereiten sich beide Seiten auf die hochrangigen Gespräche in Islamabad vor, die von US-Vizepräsident JD Vance geleitet werden. Die iranische Delegation wird voraussichtlich von Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt. Pakistan hat die Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt massiv verstärkt. Die Verhandlungen gelten als entscheidend für die Zukunft des fragilen Waffenstillstands, doch neue Berichte über mögliche Mautgebühren Irans für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus – angeblich in Kryptowährungen – könnten zusätzliche Komplikationen bringen. Trump warnte davor, solche Gebühren zu erheben.
Parallele Entwicklung: Russland kündigt Waffenruhe für Ukraine an
Parallel zu den Spannungen im Nahen Osten hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt. Anlässlich des orthodoxen Osterfests soll sie am Samstag um 16 Uhr beginnen und den gesamten Sonntag andauern. Der Kreml erklärte, man gehe davon aus, dass die Ukraine dem Beispiel Russlands folgen werde, während die Truppen bereit seien, auf mögliche Provokationen zu reagieren. Ukrainischen Angaben zufolge hielt sich Russland bei einer ähnlichen Feuerpause 2025 jedoch nicht an die Vereinbarung.
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