Milliardengeschäft und Spannungen: WM 2026 startet in Mexiko
Wichtige Fakten
- • FIFA erwartet 13 Mrd. Dollar Umsatz im WM-Zyklus.
- • Erstmals 48 Teams und 104 Spiele bei der WM.
- • Mexiko besiegt Südafrika 2:0 bei Eröffnungsspiel.
- • Proteste und Blockaden überschatten WM-Auftakt.
- • Besucher zahlen für Tickets teilweise über 1.000 Dollar.
WM-Milliarden: FIFA und Medien als Profiteure
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ist für viele ein Milliardengeschäft. Rund sechs Milliarden Zuschauer und sechs Millionen Stadionfans werden erwartet. Vor allem die FIFA profitiert: Im Zyklus 2023–2026 peilt der Weltverband ein Umsatzziel von 13 Milliarden Dollar an – eine deutliche Steigerung gegenüber Katar (7–8 Milliarden). TV-Rechte tragen über 50 % der Einnahmen bei, Sponsoring rund 30 %, Ticketverkäufe etwa 10 %. Die Aufstockung auf 48 Teams und 104 Spiele steigert Werbeeinnahmen und Sponsoring. So kosten Tickets für das US-Eröffnungsspiel teils über 1.000 Dollar.
Kosten für Gastgeber und Kritik an FIFA
Während FIFA und Medien hohe Gewinne einfahren, verbleiben hohe Ausgaben bei den Gastgeberländern und Kommunen, etwa für Stadien, Sicherheit und Infrastruktur. Kritiker sprechen von einem ungerechten Geschäft zulasten der Steuerzahler. Der von der FIFA prognostizierte Wirtschaftsschub von 17 Milliarden Dollar für die USA ist angesichts eines BIP von 30 Billionen Dollar pro Kopf kaum spürbar (0,05 %). Sportökonom Christoph Breuer bilanziert: „Es gibt einen großen Gewinner und viele Verlierer.“
Mexiko startet WM mit Sieg und Protesten
Mexiko eröffnete die WM im legendären Aztekenstadion mit einer farbenprächtigen Zeremonie und einem 2:0-Sieg gegen Südafrika – mit drei Platzverweisen. Drei Spieler flogen vom Platz. Doch die Euphorie wird durch soziale Spannungen getrübt: Lehrer protestieren gegen Gehaltskürzungen und blockierten Zugänge zum Stadion. Angehörige von Vermissten erinnern an 130.000 Vermisste. Auch die gestiegenen Mietpreise und die exklusiven Brunnenrechte eines Konzerns in der wasserarmen Region sorgen für Ärger. Die mexikanische Regierung setzt rund 100.000 Sicherheitskräfte und bis zu 120.000 Kameras ein, um die Sicherheit zu gewährleisten – Kriminelle könnten die WM jedoch für Geldwäsche und Menschenhandel nutzen.
Deutsche Fans: Öffentliches Gucken mit Auflagen
Für Fußballfans in Europa gelten strenge Regeln: Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr und Hausordnungen einschränken Fanaktivitäten. Allerdings hat die Bundesregierung Public Viewing auf Großleinwänden auch nach 22 Uhr per Verordnung erleichtert. Autokorsos sind oft geduldet, aber sicherheitshalber zu deeskalieren.
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