Zuckerpreis in Indien explodiert: El Niño lässt Ernten verdorren
Wichtige Fakten
- • Zuckerpreis in Indien hat sich verdoppelt
- • El Niño schwächt Monsun, schadet Zuckerrohr-Ernte
- • Regierung begrenzt Vorräte und erlaubt zollfreie Importe
- • Biosprit-Produktion aus Zuckerrohr kritisiert
- • Vor allem arme Bevölkerung leidet unter Preisanstieg
Preisexplosion in Indien
In Indien, dem weltweit zweitgrößten Zuckerproduzenten, haben sich die Zuckerpreise innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Ein Kilo Zucker kostet nun umgerechnet etwa 70 Cent. Steigende Preise und düstere Ernteprognosen machen selbst den täglichen gesüßten Tee für viele Menschen zum Luxus. Besonders betroffen sind die ältere Generation und Arbeiter, die auf zuckerhaltigen Tee als Energielieferanten angewiesen sind. Verkäufer wie Manpreet Singh, der einen Teestand betreibt, halten die Preise dennoch stabil: „Die Arbeiter brauchen Energie. Sie arbeiten Tag und Nacht.“
Ursachen der Knappheit
Ursache der Knappheit ist das Klimaphänomen El Niño, das die Monsun-Regenfälle unregelmäßig machte: zu spät, zu schwach oder in Überschwemmungsstärke. Zudem wird ein Teil des Zuckerrohrs zur Herstellung von Biosprit (E20) verwendet, was von der Regierung bestritten wird, aber von vielen Produzenten als Preistreiber angesehen wird. „Das darf doch nicht sein“, beklagt Gautam Agarwal, der Süßigkeiten verkauft.
Regierung handelt
Um die Vorräte zu schonen, verbietet Indien Großkonsumenten, mehr als 15 Tage Lagerbestand zu halten. Gleichzeitig erlaubt die Außenhandelsbehörde erstmals seit zehn Jahren die zollfreie Einfuhr von einer Million Tonnen Rohzucker bis Ende Oktober. Diese soll die Versorgung zu Festtagen wie Diwali sicherstellen. Doch für Arme bleiben trotzdem nur die Billigversionen; einige verzichten sogar ganz auf den süßen Tee.
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