12-Uhr-Regel an Tankstellen beschert Mineralölkonzernen höhere Margen
Wichtige Fakten
- • Margen bei Benzin stiegen nach Reform um durchschnittlich 6 Cent pro Liter.
- • Kleinere Ketten und unabhängige Anbieter erhöhten Margen stärker als Große.
- • Regionaler Effekt in Süddeutschland: Bis zu 2,4 Cent höhere Margen bei Diesel.
- • Günstigster Tankzeitpunkt ist kurz vor 12 Uhr, 2,7 Cent unter Tagesdurchschnitt.
- • Oxfam prognostiziert 94 Mrd. USD Gewinn für sechs größte Ölkonzerne 2026.
Studie bestätigt Margenanstieg durch 12-Uhr-Regel
Die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel an Tankstellen hat einer Studie des ZEW und DICE zufolge zu höheren Gewinnmargen der Mineralölkonzerne geführt. Bei Superbenzin lagen die Margen in den ersten zwei Wochen nach Einführung im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als zuvor. Bei Diesel ließ sich der Anstieg wegen stark schwankender Preise nicht eindeutig quantifizieren, aber es gebe Hinweise auf einen Effekt. Die Forscher sprechen von Mitnahmeeffekten, die über normale Marktdynamiken hinausgehen.
Ungleiche Wirkung nach Region und Tankstellengröße
Kleinere Ketten und unabhängige Anbieter erhöhten ihre Margen stärker als große Ketten, die kartellrechtliche Prüfungen fürchten. Regional waren die Effekte in Süddeutschland besonders stark: Bei Benzin betrug die Margenerhöhung bis zu 1,2 Cent, bei Diesel sogar 2,4 Cent mehr als im Rest Deutschlands. Dies führen die Forscher unter anderem auf höhere Pro-Kopf-Einkommen und unterschiedliche Lieferketten zurück. Der günstigste Tankzeitpunkt liegt einer ADAC-Auswertung zufolge kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise um 2,7 Cent unter dem Tagesdurchschnitt liegen.
Weltweite Ölkonzerngewinne befeuern Debatte um Übergewinnsteuer
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und gestiegener Energiepreise könnten sechs der größten Öl- und Gaskonzerne laut Oxfam im Jahr 2026 zusammen rund 94 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielen – ein Plus von 13,5 Milliarden Dollar zum Vorjahr. Oxfam und Politiker wie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) fordern deshalb erneut eine Übergewinnsteuer, während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wegen Versorgungssicherheit warnt. Eine Oxfam-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Befragten in sieben Ländern höhere Steuern auf Öl- und Gasgewinne befürworten.
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