Donau-Historie: Hitze und Dürre bedrohen AKW-Stromproduktion in weiten Teilen Ost- und Mitteleuropas
Wichtige Fakten
- • Ungarn fährt Paks-Atomkraftwerk komplett herunter.
- • Rumänien schaltet ersten Cernavoda-Reaktor wegen Trockenheit ab.
- • Donau-Niedrigwasser erreicht 30-Jahres-Tief.
- • Niederschlagsdefizit und fehlendes Gletscherschmelzwasser sind Ursachen.
- • Schifffahrt teilweise eingestellt, Kreuzfahrer gestrandet.
Pegel der Donau auf Rekordtief – erste Abschaltungen in AKWs
Anhaltende Hitze und Dürre haben den Pegel der Donau in mehreren EU-Ländern auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren sinken lassen. In der Folge müssen mehrere Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln oder ganz abschalten. Das ungarische Kernkraftwerk Paks, das eigentlich rund die Hälfte des nationalen Strombedarfs deckt, bereitet die vollständige Abschaltung aller vier Reaktorblöcke vor. Ministerpräsident Péter Magyar warnte, dass die Stromversorgung des Landes ab Montag kritisch werden könne. Bürger werden aufgefordert, den Energieverbrauch vor allem in den Abendstunden zu reduzieren. Ein rotierender Lastabwurf wird erwogen – systematische Abschaltungen, um das Netz zu stabilisieren.
Cernavoda in Rumänien ebenfalls betroffen
Auch Rumäniens einziges Kernkraftwerk Cernavoda an der Donau hat Probleme: Wegen Wassermangels wurde bereits Reaktor 2 abgeschaltet, nachdem Reaktor 1 zur Drosselung gezwungen war. Das AKW liefert normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Stroms. Sollte auch die zweite Einheit vom Netz gehen, stünde Rumänien – wie Ungarn – vor einem weitgehenden Atomausfall. Rumäniens hydrologisches Institut meldete einen Durchfluss der Donau von nur noch 1.600 Kubikmetern pro Sekunde – ein Drittel des Juli-Medians.
Auswirkungen auf Schifffahrt und andere Länder
Mehrere Balkan- und Anrainerländer registrieren neben extrem niedrigen Pegeln sogar gestrandete Frachter und Kreuzfahrtschiffe. In Bulgarien wurde ein Kreuzfahrtschiff mit 186 Menschen notversorgt, Passagiere und Aushilfsschiffe waren nicht in der Lage, die extrem niedrigen Sandbänke zu überwinden. Selbst wissenschaftlich bedeutende historische Artefakte tauchen im trockenen Flussbett auf. Die nächste Regenprognose wird erst für Mitte September erwartet. In Österreich sind bereits viele Kleinwasserkraftwerke von Reduktion betroffen.
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