Atomkraft-Probleme: 40 Jahre nach Tschernobyl - Neue Hülle beschädigt
Wichtige Fakten
- • Russischer Drohnenangriff beschädigte die neue Schutzhülle von Tschernobyl.
- • Loch von 15 m² in der Hülle, Reparaturkosten ca. 500 Mio. Euro.
- • Sarkophag-Risiko: 100 Tonnen radioaktiven Brennstoffs könnten freigesetzt werden.
- • Weltweite CO2-Emissionen im Stromsektor 2024 leicht gesunken.
Schaden nach Drohnenangriff
Am 14. Februar 2025 durchschlug eine günstige russische Geran-2-Drohne die neue Schutzhülle (NSC) des havarierten Kernkraftwerks Tschernobyl. Das Loch im nördlichen Bogen ist 15 Quadratmeter groß; die Abdichtfunktion und das Feuchtigkeitskontrollsystem wurden zerstört. Ein Brand im Dach brannte drei Wochen lang und erforderte 332 Löcher, um Glutnester zu löschen.
Prekäre Lage auf dem Gelände
Unter der Hülle liegt der baufällige Sarkophag, der das zerstörte Reaktor-4 nach 1986 notdürftig umschließt. Er ist seit 40 Jahren in Gebrauch, ursprünglich für nur 20 Jahre ausgelegt. Bei einem Einsturz würden über 100 Tonnen Brennstoff radioaktiv freigesetzt. Die strahlenden Arbeiten an der Hülle sind durch Zeitlimits für Arbeiter massiv erschwert.
Historische Dimension und aktuelle Debatte
Tschernobyl stand bereits 2022 unter russischer Besatzung. Am 26. April 1986 explodierte Reaktor 4 – 28 Menschen starben an Strahlenkrankheit. 45 Länder finanzierten die zweieinhalb Milliarden Dollar teure Hülle. Igor Skomarokhov, 40 Jahre auf der Anlage, war damals im Kontrollraum. Der jetzige Beschuss bedroht die Meisterleistung. Die erforderlichen Reparaturen werden auf 500 Millionen Euro geschätzt; Geld ist nicht da. 40 Jahre nach der Katastrophe gilt Atomkraft manchen trotz ungelöster Atommüllfragen als Klima-Lösung, wie auch der jüngste Petersberger Klimadialog mit Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte.
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