61. Biennale in Venedig startet ohne Eröffnungsfeier und ohne Jury
Wichtige Fakten
- • Keine Eröffnungsfeier wegen Protesten gegen Russland und Israel.
- • Jury zurückgetreten, Goldene Löwen erst im November per Publikumsabstimmung.
- • Russland sieht Teilnahme als Ende kultureller Isolation.
- • Israelischer Künstler Belu-Simion Fainaru fühlt sich isoliert.
- • Etwa 2000 Demonstranten in Venedig am Vorabend.
Biennale startet im Zeichen von Protesten und Kontroversen
Die 61. Kunstbiennale in Venedig hat am 9. Mai 2026 ohne Eröffnungsfeier für das Publikum geöffnet. Grund sind massive Proteste gegen die Teilnahme Russlands und Israels. Auch auf die traditionelle Verleihung der Goldenen Löwen zu Beginn wurde verzichtet, da die Jury geschlossen zurückgetreten ist. Die Preise sollen nun erst zum Abschluss im November per Publikumsvotum vergeben werden.
Russische Teilnahme sorgt für Empörung
Italiens Kulturminister Alessandro Giuli kritisierte die Entscheidung von Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco, Russland teilnehmen zu lassen, und stellte diese als Erfolg für Putin dar. Die EU-Kommission drohte mit Fördergeldern. Buttafuoco selbst weist Intoleranzvorwürfe zurück und bezeichnet die Biennale als 'Garten des Friedens'. Russland sieht seine Teilnahme nach Jahren der Isolation als Zeichen der Rückkehr. Der russische Pavillon bleibt geschlossen, doch die Installation 'Der Baum ist im Himmel verwurzelt' wird auf einer Großleinwand gezeigt.
Ukraine und Israel protestieren
Die Ukraine, die bei der Biennale mit dem Projekt 'Sicherheitsgarantien' vertreten ist, kritisiert die Teilnahme Russlands angesichts der Zerstörung von Kulturdenkmälern. Künstlerinnen von Pussy Riot und Femen protestierten auf der Eröffnung gegen den russischen Pavillon. Der israelische Pavillon wird vom Künstler Belu-Simion Fainaru gestaltet, der sich in Venedig isoliert fühlt und für die Politik seiner Regierung nicht verantwortlich sein will. Rund 2.000 Menschen demonstrierten gegen die israelische Teilnahme, die Polizei schritt ein.
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