AfD in Sachsen-Anhalt: Patriotismus-Agenda könnte Regierungsmacht bringen
Wichtige Fakten
- • AfD will defundische Kunst streichen
- • Unterricht: mehr Bismarck, weniger Hitler
- • AfD-Kandidat Siegmund strebt Regierungschef an
- • AfD als rechtsextrem von Geheimdienst eingestuft
- • Bildung: flächendeckend deutsche Flaggen an Schulen
Wahlkampf-Höhenflug
In Sachsen-Anhalt liegt die Alternative für Deutschland (AfD) vor der Landtagswahl am 6. September in Umfragen deutlich vorn. Die Partei könnte genug Sitze erreichen, um allein zu regieren – ein Novum in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Spitzenkandidat ist Ulrich Siegmund, ein ehemaliger Luftverbesserer-Verkäufer, der laut Umfragen der erste AfD-Ministerpräsident werden könnte.
Kontroverse Geschichtspolitik
Im Fokus steht die Patriotsmus-Agenda der AfD. Diese sieht vor, den Geschichtsunterricht umzugestalten: weniger Nationalsozialismus, mehr preußische und deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts. Hans-Thomas Tillschneider von der AfD fasste es so zusammen: "Mehr Bismarck, weniger Hitler". Zudem sollen pflichtmäßig deutsche Flaggen an Schulen gehisst und Gedenkorte für Gefallene erhalten werden.
Kritik und Bedenken
Kritiker sehen in der AfD eine verfassungsfeindliche Partei, die Erinnerungskultur als "Schuldkomplex" diffamiere. Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft den Landesverband seit 2023 als rechtsextrem ein, es bestehe eine "rassistische Ideologie". Kulturinstitutionen, wie das Theater Eisleben, fürchten um Förderung und künstlerische Freiheit, könnte eine AfD-Regierung das Budget für "undeutsche" Kunst kürzen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.