Afghanistan: Taliban werben trotz Frauenverboten um Touristen
Wichtige Fakten
- • Über 10.000 ausländische Touristen kamen 2025.
- • Frauen dürfen den Nationalpark Band-e Amir nicht tagsüber betreten.
- • Afghaninnen müssen sich vollständig verschleiern, Ausländerinnen nicht.
- • Die deutsche Botschaft in Kabul ist seit 2021 geschlossen.
- • Ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban versucht Afghanistan, sich als Touristenziel zu öffnen, um die schwache Wirtschaft zu beleben. Das Land bietet landschaftlich beeindruckende Orte wie die Nationalpark-Seen von Band-e Amir, doch der Alltag ist geprägt von Kontrasten: Waffenpräsenz, eine humane Krise und drastische Einschränkungen für Frauen.
Während ausländische Touristinnen das Gesicht frei lassen dürfen, müssen afghanische Frauen den Körper vollständig bedecken. An vielen Sehenswürdigkeiten sind sie nur in den frühen Morgenstunden zugelassen. Männliche Verwandte bleiben deshalb oft fern. Die Taliban werben mit "Sicherheit, unberührter Natur und herzlichen Menschen", verweisen aber strikt auf ihre Gesetze.
Die deutsche Touristin Hannelore ließ sich von der Reisewarnung des Auswärtigen Amts nicht abschrecken und fühlt sich durch die vielen Bewaffneten sicher. Andere Reisende nehmen die Sicherheitskräfte als Teil der Landschaft wahr. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass keine konsularische Hilfe möglich ist, da die Botschaft geschlossen bleibt. Humanitäre Helfer wie die Caritas zeigen Verständnis für Reisen, mahnen aber, die schwierige Lage der Bevölkerung nicht zu ignorieren: Große Teile Afghanistans leiden unter Armut, Arbeitslosigkeit und einer Gesundheitsversorgung, die vielen Menschen verwehrt bleibt.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.