Hunderte Tote bei Luftangriff auf Entzugsklinik in Kabul – Pakistan bestreitet ziviles Ziel
- • Taliban korrigieren Opferzahlen auf 408 Tote und 265 Verletzte nach Luftangriff auf Omid-Klinik in Kabul.
- • Pakistan bestreitet gezielten Angriff auf Klinik, spricht von präzisen Militärschlägen auf Taliban-Einrichtungen mehrere Kilometer entfernt.
- • UN-Hilfsmission UNAMA bestätigt, dass die Entzugsklinik von pakistanischem Luftangriff betroffen war, fordert unabhängige Untersuchung.
"Die Eskalation des Grenzkonflikts mit massiven zivilen Opfern und gegenseitigen Vergeltungsdrohungen lässt eine weitere Verschärfung der Gewalt befürchten."
Pakistan erklärt 'offenen Krieg' gegen Afghanistan nach tödlichen Grenzgefechten
- • Pakistanische Luftangriffe trafen Ziele in Kabul, Kandahar und Paktia als Teil der 'Operation Ghazab lil-Haq'.
- • Pakistan meldet 133 getötete afghanische Kämpfer, Afghanistan spricht von 55 toten pakistanischen Soldaten und 8 eigenen Toten.
- • Die UN-Hilfsmission UNAMA berichtet von 13 getöteten Zivilisten bei früheren pakistanischen Luftangriffen.
"Der historische Grenzkonflikt an der nicht anerkannten Durand-Linie birgt trotz diplomatischer Bemühungen weiterhin Eskalationspotenzial, wobei die Taliban asymmetrische Kriegsführung nutzen könnten."
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Grenzkonflikt zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert zum offenen Krieg
- • Pakistan bombardierte als Reaktion auf afghanische Angriffe Ziele in Kabul, Kandahar und Paktia.
- • Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte einen 'offenen Krieg' gegen die Taliban in Afghanistan.
- • Beide Seiten melden stark abweichende Opferzahlen: Afghanistan spricht von 55 pakistanischen, Pakistan von 133 afghanischen Toten.
"Der über 100 Jahre alte Grenzstreit bleibt das Grundproblem, das trotz diplomatischer Bemühungen das Potenzial für weitere Eskalationen birgt."
Taliban verhärten mit neuem Strafgesetz die Unterdrückung in Afghanistan
- • Das Strafgesetz umfasst 119 Paragrafen und wurde von Führer Haibatullah Achundzada in Kraft gesetzt.
- • Artikel 22 sieht Strafen für Respektlosigkeit gegenüber Taliban-Führern oder Abweichung von der hanafitischen Rechtsschule vor.
- • Artikel 4 erlaubt Ehemännern, Frauen zu schlagen, mit nur bis zu 15 Tagen Haft als Strafe.
"Das Gesetz festigt die Taliban-Herrschaft und verschärft die Menschenrechtslage, besonders für Frauen, während internationale Kritik wächst."
Regierung streitet Absprachen mit Taliban weiter ab trotz neuer Enthüllungen
- • Die Bundesregierung lehnt offizielle Absprachen mit den Taliban ab.
- • Afghanische Straftäter können mit Zustimmung der Taliban abgeschoben werden.
- • Erstmals arbeiten Taliban-Diplomaten in Deutschland, um Abschiebungen zu erleichtern.
"Die Beziehungen zwischen Deutschland und den Taliban bleiben angespannt und komplex, da die Taliban mehr diplomatische Präsenz anstreben und die Abschiebungen für Deutschland von Bedeutung sind."
Taliban-Durchsuchung von Safe Houses: Deutsche Aufnahmezusagen unter Druck
- • Fast die Hälfte von 2.308 Afghanen mit Aufnahmezusage darf seit dem Regierungswechsel in Deutschland nicht mehr einreisen.
- • Seit Mai 2025 sind 788 Afghanen nach Deutschland eingereist; rund 410 befinden sich noch im Ausreiseverfahren.
- • Die persönlichen Anhörungen sind fast vollständig abgeschlossen.
"Die angespannte Lage für gefährdete Afghanen bleibt bestehen. Trotz Versprechungen wurden viele Menschen nicht in Sicherheit gebracht, und die Rolle der deutschen Regierung steht stark in der Kritik. Die anhaltende Präsenz der Taliban und die unsichere Sicherheitslage verschärfen die Situation weiter."
Bericht: Taliban durchsuchen Gästehaus in Kabul mit deutschen Aufnahmefällen – Smartphones beschlagnahmt
- • Nach Informationen des ARD-Studios Neu-Delhi durchsuchten Taliban-Sicherheitskräfte am Abend des 18.01.2026 ein Gästehaus in Kabul, in dem auch frühere afghanische Ortskräfte untergebracht sind.
- • In dem Gästehaus leben mehrere Dutzend Afghaninnen und Afghanen mit ihren Familien; die Unterbringung wird aus Mitteln der Bundesregierung finanziert.
- • Unter den Bewohnern sind neben ehemaligen Ortskräften auch Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie der sogenannten Überbrückungsliste.
"Ob die Razzia Folgen für die Betroffenen hat (weitere Verhöre, Festnahmen oder Einschränkungen) ist offen. Da die Taliban-Behörden bislang nicht reagieren und die Sicherheitslage für Personen mit Aufnahmezusagen unklar bleibt, dürfte die Diskussion um das weitere Vorgehen der Bundesregierung und den Schutz der Betroffenen anhalten."
ARD-Recherche: Taliban setzen Bundesregierung mit ausgedünnten Afghanen-Missionen unter Druck – mehr eigene Diplomaten gefordert
- • Nach ARD-Recherchen wurden seit November 2024 13 von 16 afghanischen Diplomaten aus der Zeit vor der Taliban-Machtübernahme 2021 aus Deutschland abberufen; übrig blieben drei (Geschäftsträger in Berlin plus ein Kollege sowie ein Diplomat in München).
- • Im Botschaftsgebäude in Berlin arbeiten laut ARD derzeit noch zwei Diplomaten der Vorgängerregierung; das Kabuler Außenministerium wolle nach übereinstimmenden Berichten mehrerer ehemaliger Diplomaten den Geschäftsträger entfernen, weitere Abberufungen seien möglich.
- • Im Sommer 2025 kamen zwei Taliban-Konsularbeamte mit Zustimmung der Bundesregierung nach Deutschland; laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sollten sie Abschiebungen nach Afghanistan erleichtern.
"Sollten die Taliban weitere Alt-Diplomaten abberufen lassen und Deutschland weiterhin Akkreditierungen entziehen, könnte der Druck steigen, zusätzliche Taliban-Vertreter zuzulassen – insbesondere, wenn Berlin Abschiebungen nach Afghanistan praktisch an funktionierende Konsularstrukturen knüpft. Gleichzeitig deutet die inoffizielle Haltung aus Berlin („vehement gegen weitere Taliban-Diplomaten“) auf Widerstand hin; ein offener politischer Konflikt über den Umgang mit den afghanischen Vertretungen ist daher wahrscheinlich."