Ölpreise auf Rekordhoch: Hormus-Blockade und Wirtschaftsfolgen verschärfen sich
Wichtige Fakten
- • Brent-Öl steigt über 93 Dollar – höchster Stand seit April 2024.
- • Straße von Hormus: Nur 2 Schiffe passierten in 24 Stunden.
- • Maersk streicht weitere Schiffsverbindungen – 20.000 Seeleute sitzen fest.
- • Indien darf für 30 Tage russisches Öl kaufen – US-Überbrückungsmaßnahme.
- • Katar warnt: Ölpreis könnte auf 150 Dollar steigen.
Marktentwicklung und Ölpreisrekorde
Der deutsche Leitindex DAX schloss am Freitag mit einem deutlichen Wochenminus von rund sieben Prozent bei 23.591 Punkten, nachdem er anfängliche Gewinne nicht halten konnte. Die Ölpreise erreichten neue Höchststände: Die Nordsee-Sorte Brent kletterte zeitweise auf über 93 Dollar pro Barrel – ein Anstieg um mehr als neun Prozent seit Handelsbeginn und der höchste Stand seit April 2024. Die US-Sorte WTI legte ebenfalls stark zu und überschritt die 90-Dollar-Marke. Katar's Energieminister Saad al-Kaabi warnte im Interview mit der Financial Times, dass der Ölpreis bei Fortdauer des Konflikts auf 150 Dollar steigen könnte, falls alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion einstellen müssten.
Blockade der Straße von Hormus und logistische Folgen
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Verkehrsrouten für den globalen Ölhandel, bleibt nahezu vollständig blockiert. Laut dem Joint Maritime Information Center (JMIC) wurden in den letzten 24 Stunden nur zwei bestätigte kommerzielle Durchfahrten beobachtet, bei denen es sich um Frachtschiffe und nicht um Öltanker handelte. Arabische Medien berichten, dass sich mehr als 400 Öl- und Gastanker an der Einfahrt stauen. Die Reederei Maersk, die zweitgrößte der Welt, streicht weitere Schiffsverbindungen in die Region und stellt Verbindungen von Europa und Asien in den Nahen Osten vorläufig ein. Nach Angaben der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) sitzen rund 20.000 Seeleute infolge des Iran-Krieges im Persischen Golf fest.
Internationale Reaktionen und wirtschaftliche Auswirkungen
Als Reaktion auf die steigenden Ölpreise haben die USA Indien erlaubt, für 30 Tage wieder russisches Öl zu kaufen. Diese Überbrückungsmaßnahme gilt für Öl, das bereits auf Tanker verladen, aber noch nicht ausgeliefert wurde, um den Druck auf den Weltmarkt zu vermindern. US-Finanzminister Bessent betonte, dass diese kurzfristige Maßnahme Russland keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen werde. China, das etwa die Hälfte seiner Ölimporte aus den Golfstaaten bezieht, kritisiert den Krieg scharf und warnt vor erheblichen Verlusten für die Weltwirtschaft durch steigende Energiepreise und höhere Transportkosten. Der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) meldet einen teils dramatischen Anstieg der See- und Luftfrachtraten und befürchtet Lieferkettenstörungen.
Humanitäre Lage und Unternehmensentwicklungen
Die humanitäre Lage im Nahen Osten verschärft sich weiter, mit mindestens 217 Todesopfern im Libanon seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe. Die Lufthansa meldete für 2025 ein Rekordjahr mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro, doch die Aktie fiel trotz positiver Zahlen ins Minus auf acht Euro – ein Tief seit Mitte Dezember – aufgrund der Kriegsunsicherheit. US-Präsident Donald Trump forderte eine „bedingungslose Kapitulation“ des Iran, während Marktexperten eine vollständige militärische Deeskalation für entscheidend halten, um die Ölpreise zu stabilisieren.
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