Alan-Jones-Prozess: Verteidigung wirft mutmaßlichem Opfer Erfindungen vor
Wichtige Fakten
- • Alan Jones, 85, plädiert auf nicht schuldig bei 22 Anklagepunkten.
- • Der Zeuge J bestreitet, intime Details erfunden zu haben.
- • Die Verteidigung behauptet, J vermische Fakten und Medienberichte.
- • Die Aussage von J umfasst Vorfälle auf Jones' Farm in Fitzroy Falls.
- • Der Prozess wird am Dienstag mit Kreuzverhör fortgesetzt.
Verteidigung greift Glaubwürdigkeit des Zeugen an
Im Strafprozess gegen den früheren australischen Radiomoderator Alan Jones hat die Verteidigung dem ersten mutmaßlichen Opfer vorgeworfen, Details der angeblichen Übergriffe erfunden zu haben, um Jones zu demütigen. Der Anwalt von Jones, Gabrielle Bashir, konfrontierte den Zeugen J am Freitag im Downing Centre Local Court in Sydney mit angeblichen Ungereimtheiten. Das mutmaßliche Opfer bestritt entschieden, sich Details über Jones' Intimbereich ausgedacht zu haben.
Angebliche Vorfälle auf der Farm
Der Zeuge J, der in seinen 40ern ist, sagte zuvor aus, dass Jones ihn in dessen Farm in den Southern Highlands unerlaubt geküsst, ihn auf dem Sofa unsittlich berührt und im Gästezimmer sexuell angefasst habe. J schilderte, dass Jones, nachdem er ihn aufgefordert hatte, zu duschen, im Bademantel erschienen sei und seine Hüften bewegt habe, sodass sich ihre Penisse kreuzten. Die Verteidigung fragte J, ob er diese Angaben erfunden habe, um Jones zu schädigen, was dieser verneinte.
Widersprüche und Ungereimtheiten
Bashir stellte die Erinnerung des Zeugen an die Besuche im Detail in Frage. So sei in seiner Polizeiaussage nichts von einem Bademantel erwähnt, was J mit Verweis auf seine Erinnerung erklärte. Auch bezüglich der Dauer des Aufenthalts und des benutzten Fahrzeugs gab es laut Verteidigung Abweichungen zwischen Aussage und Polizeibericht. Bashir argumentierte, J hätte sich als junger und fitter Mann gegen den älteren Jones zur Wehr setzen können, dieser räumte jedoch ein, dass Jones nie Drohungen ausgesprochen hatte.
Prozessfortsetzung nächste Woche
Am Montag wird die Beweisaufnahme ausgesetzt. Am Dienstag soll der Zeuge J, der bereits zum sechsten Mal vernommen wird, auf erneute Befragung durch die Krone zurückkehren. Der Prozess gegen Jones, der aufgrund der Anklagepunkte wegen unsittlicher Übergriffe und sexueller Belästigung an sechs Männern läuft, findet großes öffentliches Interesse. Die Verteidigung kündigte an, die Glaubwürdigkeit der Anklage weiter infrage zu stellen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.