Allergieschutz: Studie entschlüsselt Bauernhofeffekt
Wichtige Fakten
- • Bauernhofkinder erkranken seltener an Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis.
- • Zwei Kuhstall-Bakterien sind für den Schutzeffekt entscheidend.
- • Metagenomik zeigt: Diese Bakterien decken zwei Drittel des Schutzes bei Asthma ab.
- • Neue Präventionsansätze und Medikamente werden angestrebt.
Der Bauernhofeffekt
Eine aktuelle Studie aus München hat erstmals den Bauernhofeffekt vollständig erklärt: Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, erkranken seltener an Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis – das liegt an bestimmten Bakterien im Darm von Kühen. Diese produzieren Stoffwechselprodukte, die in der Stallluft verteilt werden und beim Einatmen Immunrezeptoren in der Lunge anregen.
Die Rolle der Kuhstall-Bakterien
Das Team um Markus Ege identifizierte mithilfe von Metagenomik zwei Bakterien, die für den Schutzeffekt verantwortlich sind. Ihre Stoffwechselprodukte bewirken, dass die Rezeptoren überhöhte Entzündungsreaktionen verhindern – damit sind sie für etwa zwei Drittel des Schutzes vor Asthma und die Hälfte bei Allergien verantwortlich. Die neu identifizierten grampositiven Bakterien trainieren das Immunsystem, anders als bisher gedachte gramnegative Bakterien.
Nächste Schritte und Ziele
Die Forschungsergebnisse überraschen und korrigieren die bisherige Konzentration auf unter Endotoxine. Im nächsten Schritt sollen die molekularen Mechanismen im Labor bestätigt werden. Mittel- bis langfristig erhoffen sich die Forschenden, natürliche Allergievorbeugung oder Medikamente entwickeln zu können, die das Immunsystem ohne Bauernhof als Trainingslager abhärtet – ein Fortschritt für Stadtkinder und die klinische Praxis.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.